Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 6 (10.12.1917)
- Date
- 1917-12-10
- Page
- Seite 223 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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223 — Für uns. die wir auf dem Boden der Entwicklungstheorie stehen,, und alle Wertung der Sozialph losophie zu überlassen haben, kann nur die zweite Hauptart der Erklärung in Frage kommen?) Tabei brauchen, wir uns jetzt noch nicht mit dein Problem zu befassen, welche der bei-* den Unterarten im historischen Verlauf überwiegend oder vielleicht, allein gültig ist. ob, nach Darwin, die langsame Selektion, mit dem Pefulrat einer relativ dauerhaften guten.Art. oder, nach Lamarck. die schnelle Anpassung, mit dem Ergebnis einer relativ bildsannjn veränderlichen Spielart. Dieser Unterschied ist für ujns selbst nur noch ein relativer, und die Konseguenzen, die daraus für die soziologische Auffassung gezogen werden können, interessieren ups wenig und für jetzt noch gar nickt. T i e l e i b l i ch c N a s s e. Jedenfalls stehen wir vor der Tatsache, daß, z inächsl rein biologisch angeiehcn, jede Menschenrasse, die längere Zeit in einem bestimmten Milieu lebt, ihm gerade so angepaßt ist, nie jede Pflanzen- und Tierart. Wo die Nahrung, ne mentliifh die Fleischnahrung, reichlich ist, wächst der Mensch aller Rasen und Klimate — Nordenropäer, Zulu, Polynesier — zum Riesen; wo sie spärlich ist, ertstehen „Kümmeri raiien". die aber doch ihrer Umwelt erstaunlich angeprtzt sind. So zum Beispiel hat der Buschmann die Fähigkeit, in einw seiner seltenen > reichlichen Mahlzeiten bei gutem Jagdglück ganz unglaubliche Qiiantitären Fleisch aus einmal zu sich zu nehmen und dann wochenlang zu hungern, gerade wie das Kamel und die Wüstenpslanzen Wasser aufsveickern und dann lange dürsten können. Ebenso firib alle Bergvölker ihrer Umgebung augepaßt: mit starkem Herzen, rcfativ großem Gehalt des Blutes an roten Blutkörperchen, weiträumigem Brustkasten, und, wie es scheint, breitem (brachycephalen) Schädel als dazu gehörigem Attribut. Auch die dunkle Färbung der!Haut bei in den Subtropen und namentlich den Tropen lebenden Völkern ist oft nichts als Anpassung an die Sonnenstrahlung, wie die Bräunung von eingewandcrten Europäers beweist. Vielleicht — einig^ Anthropologen sind geneigt, es anzunehmen, weil die Neger weiß gehören werden und immer hellfarbige Hindteller und Fußsohlen behalten (Stellen, die von!dem Sonnenlicht nicht erreicht werden) — ist dejr Urmensch überhaupt hellfarbig gewesen, und der. Neger ist nur 1 eine angepaßte Spielart. Wenn der Urmensch in der Polargegenentstanden sein sollte, würde diese Auffassung an Wahrscheinlichkeit gewinnen. y Bagehot. Ursprung der Nationen. E S6^ .Natürlich wurden alle derartigen Unter-! schiede von Na io i und Nation zuerst durch ursprüngliche Verschiedenheit der Rasse erklärt. Sie sind unähnlich, s gte man, weil sie unähnlich geschaffen wurden. Aber in. d, n meisten Fällen wird diese so bequeme voraus etzung nicht ihre«,stwe<t erfüllen. Man kann nicht lim Einklang mit klaren Tatsachcni genug ursprüngliche Raffen annehmen, um sie glaubhaft za machen. Etwa ein halbes Dui-end oder einiee mehr grobe MenschenfamiUcn mSg. n vielleicht von getrennten Etamn.eltcrn abstammen, aber Unterabarteu sind sicherlich nicht aus diese Weise abzuleiten.-