Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 6 (10.12.1917)
- Date
- 1917-12-10
- Page
- Seite 220 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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— 22(J treiben zu^ können. die sich in die bestehenden Organisationen nicht einfügen wollen und die. weil sie in der Bewegung nicht stehen, durch seichten individuellen Rationalismus die Judenfrage lösen zu können glauben, die in ihrer Naivität glauben, inan brauche bloß die Speisegesetze auszugeben, dem Talmud abzuschwören, das jüdische Gemeinde- Wahlrecht anszugeben, die Sozialdemokratie Zu stützen oder zu bekämpfen und dergleichen Naivitäten mehr, und dann sei die Judenfrage endgültig gelöst. Ein methodisches organisiertes Zusammenarbeiten ist jetzt mehr denn je notwendig. Tie Regierustg ist vorurteilsloser geworden: in den unteren Schichten des Heeres und der Bevölkerung hingegen regt sich nach der ursprünglichen Einigkeit wieder der Geist der Verhetzung. Wieder sind große Kräfte rm Spiele, die den heranfziehcndcn Unwillen des Volkes von sich auf die Juden ablenken wollen. Tas wird uns vielleicht dazu führen, zu der Regierung eine andere Stellung zu nehmen. In di r O st j u d e n f r a g p, in der eine bedauerliche .Kräftezersplitterung tattfindet, ist ein ge- »«einsames Vorgehen dringend notwendig. Nu i, da auch in Rußland das. Morgenrot der Freiheit zu dämmern scheint, wird eunschwer sein, auch die Ostjndenfrage im Sinne der Menschlichkeit zu lösen oder wenigstens das Lstjndenelcnd zu lindern,^ ohne für!ie gesamte Jndenheit ein nationales Banner aufpflanzen ziu müssen. Ich glaube kann«, daß ein Widerstreit darüber sich erheben wird, das; in allererster Reihe n«an darauf hinznwirken haben wijrd, ihnen dort, wo sie Zebcn, Heimat, Menschenrecht und Menschenfreiheit zu schaffen. Wir werden auch darüber einig sein, daß man in Ansehung der Freizügigkeit die Ostjnden nicht unter ein Ansnahmerechr stellen darf, daß nur für sie nicht für die.ch r i st l i ch e n freniden Nationalitäten gilti Ter Gedanke der Abwanderung und Umpflairzung aus fremien Boden kommt dann erst in zweiter Reihe, wenn menschenwürdige Taseinsbedingringen dort an der Stelle, an der sie jetzt leben, nicht in absehbarer Zeit geschaffen werden können. In dem Zusammenwirken der Kräfte wird der richtig fnndcn werden. Insoweit cs sich um die Wahrung der sta licken und gesellschaftlichen Stellung der Juden in Deut und um die Vertretung aller, den deutschen Inden gemeinsam, essen handelt, haben wir im Zentralvcrein und im Verband bestehende Organisationen. Daß Bodcnheimers Auffass Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens wesentlichen Assimilationspolitik, nicht richtig ist, ergibt tätigung in der Lckächtsragc, bei der Unterstützung der K.< düngen, der jüdischen Jugendvercine, der jüdischen Bern., und in zahllosen anderen Fragen, wo von Assimilation keine Bei der engen Verbindung zwischen Verband und Zentralver cs auch ganz ausgeschlossen, daß hier eine andere Politik wi trieben wird. Für die Betätigung der Zionisten zur Wied« des Judentums vorerst im deutschen Vaterlande und riicklm. das gesamte Judentum stehen Verband und Zentralverci lntioite, nani et hie Dii sunt! Weg geatsbürgerschland en Interne bereits ing, der treibe im Hessen Be- Perbins^berdtung Rede ist. ein wäre dort ge icrbelebung jrkend auf :n offen.