Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 6 (10.12.1917)
- Date
- 1917-12-10
- Page
- Seite 217 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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richten, was sie sogen oder denken, so werden wir entweder Narren oder Schurken werden. Tabei ist es gleichgültig, ob uns der Radaue.ntife:n:tisr.-.u? der Waffe od der wissenßchaft'ich verbrähncke Antisemitismus des Katheders gegenübersteht, ob unser großer Philosoph, Eduard von Hartmqnn ineint: solange! der Jude ,ein Nationalgefühl mit einem jüdischen Stammesgeflihl teile, gäbe es keine Vertrauensstimmung, ob T r e i t s ch k e die Palme wahren Ruhmes nur einem Juden zuerkennen will, der ganz und ohne Vorbehalt im; deutschen Leben auf geht, und ob Paulsen von den Juden verlangt, daß sie sich vollständig mit den europäischen Nationen! assimilieren müßten. Tenn stnsere Radau- und Geschäftsantisemiten erkennen den Willen, dcutschnätional zu sein, als ein nationales Kriterium nicht an, und unsere wissenschaftlichen Antisemiten vom Schlage der von Treitschke und von Hartmann erkennen diesen Willen zwar an, verlangen aber eine Betätigung, die uns unmöglich ist, weil wir Treue um Treue brechen sollen. Aufgehen ohne Vorbehalt und vollstäUdige Assimilierung ist doch nur der saubere Ausdruck für die perfide Taufe, und wenn von Hartmann, weit davon entfernt, denjenigen zu tadeln, der sich zu diesem Schritte entschließt, d. h. „durch eine entschiedene Unwahrheit in dem Bekenntnis, weltliche Vorteile zu erwerben und damit das Odium des Glaubenswechsels auf sich zu nehmen, sogar die Stärke eines Patriotismus und Familiensinns bewundert, die ein persönlich-moralisches Martyrium auf sich nimmt", so versündigen sie sich an der Ethik unseres größten deutschen Geistesheroen, an dem Gedanken Goethes, daß ein jeder, der die Religion wechselt, mit einer Art von Makel bespritzt wird, von der es unmöglich scheint, ihn zu reinigen. An anderer Stelle habe ich auf Rießers Wort hingewiesen (I. D. R. 1912. S- 403), daß Deutschlands Helden und Weise uns nicht gelehrt haben, daß man durch, Opfer von Treue und Glauben, Wahrheit und Ehre ein Deutscher wird. VI. Wäre es richtig, daß der Zentralverein den Abfall und den Zerfall des Judentums, der Zionismus aber den Antisemitismus befördert, so würde ich mich keineti Augenblick besinnen und mit fliegenden Fahnen in das Zionistenlaaer übergehen. Denn von den beiden Brandungen, die den Feistes Judentums umspülen, — dem Haß der Antisemiten und dem Abfall der Täuflinge —, halte ich das erstere für das kleinere Uebel. Würde der Antisemitismus nicht das deutsche Vaterland so schädigen und gefährden, wie er es — Gott sei es geklagt — tut, und toip es jetzt jedem auf der Welt offenkundig d e den lieben Gott bitten, daß er uns erhalte bis zur völligein Gesundung des Haß der Umwelt kein Kriterium für sieht man an dem Teutschenhiß. In sich der Antisemitismus als die Kraft. Gute schafft, als der Dünger, der dem Lebenssäfte gibt. Säfte^ die reichen Ersatz wird, so würde ich a l s I u Juden den Antisemitismus Judentums. Denn daß der unsere Bewertung sein kann seiner Wirkung aber erweist die das Böse will und das Baume des Judentums neue