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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-12-10 · 6 (10.12.1917) · p. Seite 216

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
6 (10.12.1917)
Date
1917-12-10
Page
Seite 216 (sequence 56)
Language
German
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— 216 - und der Nahrung". Ta lag der Gedanke nahe, ihnen ein neuSs Ideal, eine neue Heimat zu geben. Für die dortige Glaubensnotl erichien ein Heil nur aus der Umsiedlung zu erwachsen. Judenstaast öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte, Nationaljudentum, geistiger Nationalismus — auch das zionistische Programm hat sich., wie begreiflich, im Lause der Zeiten nuanciert und entwickelt — lstaren die Losung zur Erlösung aus dem Exil; der Nationsgedanke, das Nationale Banner wurde aufgepslanzt, um den Lstjuden neue Lebensh^ffnung. neue Lrbensbedingnngen z» geben. Auch für die Westjudcn sollte es ein Banner werden. Sic sollten noch durch ein strafferes Band als das der allgemeinen Menschenliebe und der Glaubensgemeinschaft herangezogen werden, um die leibliche und geistige Nvt der Volksgenossen zu lindern. Palästina sollte den entrechteten Lstjupen eine Heimstätte, den Westjuden ein Vorbild, ein Resonanzboden sein, aus der jüdische Seele und jüdischer Geist einen besseren Widerhast finden als auf dem Boden des Exils. Ter Jude sollte, um wahrer ^ude sein und das Judentum wiedcrzubelebcn, jüdisch-national fühlen und leben. Wer nickt jüdischnational fühlt, ist Assimilant, unjüdisch, besör- Dm den Abfall und Zerfall: Assimilation und Zentralverein sind eine Gefahr für das Judentum, so id)QHt es auf der Seite der! Zionisten. Ihr seid undcutsch, vatcrlandslos, befördert dep Antisemitismus und seid eine Gefahr für das Judentum, so schallt es ans der anderen Seite wider. Wo ist die Wahrheit? V stlenn ich von der Gefahr der nationalistischen Bewegung*") für das Judentum gesprochen habe, so hat mich folgende Auffassung geleitet: 1. Ten Vonvurf, datz die deutschen Zionisten undeutsch seien, dem Kaiser nicht geben, was des Kaisers ist, habe ich mir damit nicht aneignen wollen. Tab dieser Vorwurf grundlos ist, haben sic im Kriege bewiesen. An Begeisterung und opfervoller Hingabe, an Treue für Kaiser und Reich haben sic keinem Deutschen nachgestanl,den. Tast das Staatsbewuhtsein übrigens kein schwächerer Kitt ist als der..nationaler Zusammengehörigkeit, hat die Geschichte der letzten Jahre selbst dem Widerwilligen und Blöden gezeigt. Nicht die Völker, nicht die Rassen, sonderst die Staaten kämpfen gegeneinander und bestehen die Feuerprobe des Zusammenhaltens. 2. Tatz der Zionismus den antiseniitischen Mühlen Wasser gibt, wenn er uns zu Fremden im deutschen Wirtsvolke stempelt, wird man nicht gut in Abrede-stellen können; denn der Antisemitismus stützt tick im letzten Grunde darauf, daß wir fremd und minderwertig nicht sowohl von Rcligions als Rasse wegen seien. Das arisch-germanischteutonische Volk ist dem Antisemiten das vollwertige, das semitische das -minderwertige. Indessen halte ich das für gleichgültig. Was gibt den Antisemiten nicht Waster auf ihre Mühle? Wenn wir unser Verhalten danach einw> Daß die Aeußeruna so gelautet hat, wie sie Blumenfeld angibt, bestätigt weder meine Erinnerung noch dos mir jetzt vorliegende gedruckte Protokoll der Hauptversammlung vom 4. Februar 1917.

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