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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-12-10 · 6 (10.12.1917) · p. Seite 215

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
6 (10.12.1917)
Date
1917-12-10
Page
Seite 215 (sequence 55)
Language
German
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brechen, die Ericheinungen heißt, oas eine preisHeben bessere, sondern weil es dos tentni» bis in den Gr!und st jüdischen Geistes und j jüdischen Herze US, jüdischen Gemüts und jüdischen Familiensinns cjmsgeben, wenn es und dos ondere lafieitj nicht weil es dos andere ist, so wird jeder dieses Assimilanstner Seele verobschene». Wir wollen ans deutschem Boden an dcutschlsr Kultur Mitarbeiten i nd treu bleiben an dem, was wir ans jüdijchfm Hause, ans jahrhundertelanger, jahrtauiendelonger jüdischer Geschichte als berechtigte Eigenart unseres Stammes mitbekommen haben").". Weshalb nennt stian uns Zentralvercinlcr Assimilanten? Doch nur um die Lebensaüffassung des Zentralvereins herabzusetzen und die Nationaljuden als Erbpächter jüdischen Stolzes auszugeben. Uns' Zentralvereinlern gegenüber ist das Wort: Assimilant ein Schlagwort' ohne Inhalt. Wer der Glaubensgemeinschaft in unserem Sinne di- Treue bewahrt, ist niijht deswegen Assimilant, weil er deutsch-national fühlt. Tie Dinge liegen für die Ost, und Westjuden verschieden. Im Osten sind die Juden nicht bloß eine Glaubensgeneinschaft, sondern eine Nationalität mih besonderer Sprache, besonderer Kultur. Ihre Artverschiedenheit corpore et animo gegenüber ihren Landsleuten ist so groß, daß es, sich nicht bloß um soziale Schichtungen, sondern um eine nationale Differenzierung handelt. Wer dort die jüdische Nationalität aufgibt, sich germanisiert oder polonisiert, den mag man einen Assimilanten nennend wer aber hier dem Judentum die Treue bewahrt. wird nicht Assimilant, wenn er an deutscher Kultur mitarbeitet. Wenn man uns, weil wir kein jüdisches Nationaibewußtsein haben, unjlldisch nennt, jüdischen Stolz und. Sclbstbewußti'ein abfpricht, so widerspricht das der Wahrheit und Gerechtigkeit. Wir haben das Renegatentum abgelehnt. Taufe als Fahnenflucht und Treulosigkeit gebrandmarkt, noch ehe die zionistische Bewegung da war. Nicht bloß selbst Treue zu üben, sondern auch die Kinder zur Treue anzuhalten, für'die Gleichberechtigung der Judenhcit und des Judentums kämpfen und dabei das. Vätererbe erwerbt n. um es zu besitzen. lieber durch Treue die innere Ehre zu bewahren, als nach den äußeren Ehren des Staates zu begehren, das sind Gedanken, die der Zcntralverein in die weitesten Kreise der deutschen Judenheit getragen hat. Je länger je mehr hat er sich bemüht, über die negative Awehrfähigkeit herauszuwachst n, positiver, innerlicher, j tdischer zu iperdcu.") 5. Das Judentum wiederbeleben wollen auch die Zionisten. Daß sic sich weitere Ziele gesteckt haben, die Judenfrage für die gesamte Judenheit lösen wollen, das brauchte uns nicht;u scheiden s denn auch wir wollen, indem wir jüdischen Geist auf dem Boden unserer Kultur wiederbeleben, schließlich dem gesamten Judentume dienen und sie wollen doch auch das deutsche Ju-ent im wiederbelebcn. Was uns aber trennt, ist d e r W e g. Auf Wege wollen sie das Judentum wiederbeleben als wir. Sie gingen aus von dem Schicksal der Ostjuden: dort, wo die Juden eine Nationalität und, dort ist eine „Judennot ganz elementarer, Art, eir c Not des Leibes ') .I. D. 1913, Seite 218.

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