Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 6 (10.12.1917)
- Date
- 1917-12-10
- Page
- Seite 206 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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— 206 — werden Wirtschaftlich vielfach boykottiert, aus ganzes Industrien hinausgedrängt. in den Lstmarken zwischen Deutschen utld Polen zerrieben. Ter deutschnationale Handlungsgehilfenverband leitet sein« bei Juden angestellten Anhänger zur Spionage gegep ihre Prinzipale an. nimmt einen offenen Kampf gegen die Anstellung jüdischer Handlungsgehilfen in christlichen Geschäften auf.. Die Zurücksetzung der Inden bei Verleihung von Offizier- und anderen! sozial geschätzten Stellungen schafft ihnen auch wirtschaftliche Nachteile ustv. 5. Es gilt, alle geistige» und wirtschaftlichen Kräfte der Judenheit zu sammeln und eine Demokratisierung der Abwehr zu organisieren, damit die Judenheit ihre volle Menschenrechte behauptet und nicht zu Parias wird. Tie Inden müssen sich organisieren, um iht Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Die bedingungslose Verbindung von Liberalismus und Judenheit ist beiden nickst sehr zuträglich gewesen. Gewisse Fragen müssen zu gewissen Zeiten fauch von rein jüdischen, nicht - von doktrinär - liberalen oder! demokratischen Gesichtspunkten aus betrachtet und erledigt werden. Ich erinnere an die jrrage des obligatorischen Religionsunterrichts, dtr konfessionellen Schulen nstv. Man mag vom liberalen Standpunkt? ans beides bekämpfen. Solange wir aber konfessionelle Schulen ui d obligatorischen süeligionsunterrickst haben, müssen wir um d^r Parität wegen dafür i'inticteu, das; jüdi'cke Interessen nicht benachteiligt cherden. Gibt es eine d’tintutc Militari ec! io r ge. so muf; es auch ein« jüdische geben. Gibt der Staat für ckrist.icke- Kultuszwecke aus dem astgemeinen Sraats'äckel Gelder aus, >o must er sie auch für jüdische Kultuszweck« geben. Siewr (Gedanke scheint sich allmählich im preußischen Abgeordn.steuba.u'e bei den .stom'erpativeu und dem Zentrum durchzuringen. Wir.:n.ü''eu demgemäß nauirlick auch dafür sorge», daß das sozial« au unserer Religiouslehrer und unserer Seelsorg der Krie-gsjahre haben 6. ^.ie Erfahrungen d i e a. n r i' e m i t i i ch e S t r ö in n n g in den; Hee!re und den Bevölkeruugsfckstck'ten nickt nachgelassen hat. und daß Kräfte.im Spiel« sind, sie nickt ab'lalien zu lassen, daß dagegen die Zentralb e b ö r d e n vorurteilsloser geworden sind. Die Zentralbehörden sind fick de'ien bewußt geworden, daß, während Deutschland von äußeren r gehoben wird, gezeigt. daß <reiudeu aufs 'ckwerste bedroht ist, man sich den Iuriis des staatlichen Autiklerikalssmus. Antisozialismus, aber auch des Antisemitismus nickst leisten kann. Das zwingt uns, unsere Taktik du ändern. Wir müssen weniger unsere Kräfte im Einzelkampf gegen den Antisemitismus der unteren Instanzen zersplittern, als versuchen, uns der Regierung unentbehrlich zu machen, sie für uns zu gewinnen. Dazu ist notwendig, daß wir auf die wissenschaftliche und industrielle