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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-12-10 · 6 (10.12.1917) · p. Seite 204

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
6 (10.12.1917)
Date
1917-12-10
Page
Seite 204 (sequence 44)
Language
German
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— 204 - kann dieses hohe Ziel am besten gekennzeichnet werden,. „Mehr Licht", damit eine so finstere Rächt uns nicht mehr umdüstare, wie sie seht auf unserem Erdball lastet; aus dem Wege soll alles geräumt werden, das zu neuen kriegerischen Verwicklungen führen könnte; die Bahn zum dauernden Frieden soll geebnet werden. Wir hören Klänge, die an Prophctenstimmen erinnern, wir schauen Ideale, die zwar so bald nicht in ihrer Vollkommenheit erreicht, aber jedenfalls erstrebt werden können, wir sollen uns immer mehr und§ mehr der Zeit nähern, in der die Mächte des Hasses verschwinden. Das Licht der Kultur und der Humanität soll an Kraft zunehmend „Mehr Licht", wie einst „in jenen Tagen", so „in dieser Zeit", sticht die Macht, sondern das Recht soll entscheiden, das Recht soll die alles behcrrschende Mackl werden. Richt das Schwert, sondern die Vcjrständigung soll schlickten zwischen Volk und Volk; nicht die zunehmeüde Rüstung der Wasscn, sondern die zunehmende Gesittung soll für die Zukunft das furchtbare Geschick verhüten, unter dem jetzt die Völker; so bitter leiden. Aus dem Chaos des Mcnschenliasses soll eine glücklichere Welt ent stehen. Zu diesem Kriegsziel gebe Gott seinen Segen! Wenn ihr, jüdische Soldaten, zu uns zurückkehreü werdet, denket daran, das; auch nach anderer Richtung hin euer Kxiegsziel für die Heimat sein soll „mehr Licht". Auch ihr sollt „mehs Licht" in eure Glaübensgemeinschaft bringen. Ihr seid durch die harte Schule des Lebens gegangen; aus euch, den zu Männern, Herajrreifcndcn, wird die Verantwortung für die Zukunst Israels ruhen; eure Kriegsjahre zählen mehr als doppelt, sie haben euren Willen gefestigt und eure Seele vertieft. Ihr habt gelernt, was Treue bis zuiu^ To.de heißt, seid treu bis zum Tode auch dem Glauben der Väter. Wachet darüber, daß das-Lickt eures Glaubens nickt schwächer, sondern stärker werde; ihr wißt, wie ickmählick jeder Verrat ist. Weiset weit, von euch zurück die Feiglinge, die gesinnungslos unsere alte und ejvig neue Fahne verlassen, denket daran, zu welchem Verhängnis Ueherläufer werden können. Ter Zlrieg hat vielen den Glauben an Gots wiedergcgcbein perliert ihn nickt wieder in der Zeit des Friedens.! Ihr wißt auck das; in unserer Glaubensmitte manches dunkel ist, daß Gleichgültigkeit und Würdelosigkeit dunkle Mächte sind, die das Ansehen des Jude» tums trüben. Ihr habt im Schlacktendonncr, eurer Pflicht gehorchend dem Tode ins Ange geschaut, ihr werdet auch in Zeiten des Friedens eure Pflichten gegen den Stamm erfüllen, aus dem ihr hervorgegan gen; ihr werdet als bewußte Juden dazu beitragen, daß immer mehr und mehr das Licht Gottes in die Häuser und Herzen Israels ein ziehe. Gott führe euch bald zu uns zurück! Mögen wir alle am nächsten Chanukkahsestc dein Allmächtigen für die Wunder danken können, die er „in jenen Tagen" und „in dieser Zeit" vollführt hat. Lernen wir von „jenen Tagen" treue Juden, von „dieser Zeit" treu ■■ Deutsche sein!

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