Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 6 (10.12.1917)
- Date
- 1917-12-10
- Page
- Seite 202 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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— 202 — Lieblosigkeit nur dann Erfolge erringen, wenn j der unbeugsame Wille und das kraftvolle Ausharren die Waffen jsein werden, mit denen wir unser Recht verteidigen. Noch nach anderer Richtung l,i„ lehren uns „jene Tage" und^ „diese Zeit", wie wi!r uns zu wehren haben, wenn die Pflicht es verlangt. Viele Griechlinge hatten sich in „jenen Tagen" von dein Judentum losgelöst, aber die Treugebliebenen hatten sich einmütig um den Makkabäer geschart; chic ein Volk von Brüdern waren sic. geeint durch die gemeinsame Hot und durch die gemeinsamen Ziele. Tie Einigkeit war für „die> wenigen" Schild und Schirm, mit denen sic sich gegen „die vielcn"j die kein ideales Band umschloß, zur Wehr setzten. Auch das deutsche Volk fühlte sich" wie ein Volk von Brüdern, als der Ruf ertönte: das Vaterland ist in Gefahr; vergessen ward alle Zwietracht, überwunden aller Parteihader, im Feuer der Vaterlandsliebe waren alle Deutschen zu einer unzerreißbaren Kette zusammengeschmiedet; die Feinde hatten sich getäuscht, als sie"Zwietracht säen wollten, um ihre Ränke auszuführen. Mit Recht^nift der gottbegnadete siegreiche Führer des deutschen Hccrös uns allen zu, daß ein einiges Deutschland niemals besiegt werden kann. Diesen Weg müssen auch wir deutsche Juden einschlagen, wenn wir das erreichen wollen, ivas uns > von Rechtswegen gebührt. Auch wir müssen einig sein wie ein Volk von Brüdern, wenn unsere Gegner uns bedrohen. Nicht werden religiöse, politische und soziale Gegensätze aufhören, sollen die mannigfachen Auffassungen über das, was wahr und richtig ist, schwinden. Ein solcher Friede wäre kein Friede, sondern die Ruhe eines Kirchhofs. Bei aller .Meinungsverschiedenheit in einzelnen Fragen aber verbindet uns so vieles., weit mehr als! uns trennt. Tie Feinde, die das Böse wollen, schaffen oft das Gute; sie führen uns zusammen. Wer Unrecht für sich duldet, begeht selbst ein Unrecht; wer das gegen die Gemeinschaft begangene Unrecht duldet, begeht ein noch schwereres Unrecht, er versündigt sich an der Allgeme nheit und an unserer Zukunft. Ihr habt draußen im Felde erkannt, welche Stärke in der Verbindung von Kräften ruht, und wir sind daron durchdrungen, in unserer Mitte nicht können und sonst auch im allwerdet, wenn daß ihr alle, ohne Ausnahme, welche Anschauung ihr gemeinen . haben niöget, euch mit uns verbinde n es nötig icirt wird, für unsere Ehre und für unser Recht zu kämpseu; wenn wir alle zusammcnstehen, werden wir siegen, wie einst „in jenen Tagen" und „in dieser Zeit". III. Juda Makkabäus hatte gesiegt, nachdem er 3V£ $ geführt hatte: aber selbst wenn er der Uebermacht legen wäre, hätte er ein Anrecht auf dankbare Verehr» Kamps auf sich genommen und mit Hingebung gefi ahre das Schwert der Feinde unterng; einen wichen chhrt zu haben, ist