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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-12-10 · 6 (10.12.1917) · p. Seite 201

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
6 (10.12.1917)
Date
1917-12-10
Page
Seite 201 (sequence 41)
Language
German
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201 — hat nicht 3um ersten Mal Verträge gebrochen^ unsere unglücklichen Glaubensgenossen können dort tavon ein trauhig Lied singen. Ja, die Mühlen Gottes mcihlen langsam, zuweilen |für uns zu langsam, aber immer sicher.. „<n dieser Zeit" mahlen die Mühlen Gottes schnell, erschreckend schne I, ganz wie „in jenen Ziagen". Beide Zeiten offenbaren das Walten s ttlicher Kräfte, die durch das Wirken physischer Zufallsmächte nicht erklärt werden können. Ost dauert es lange, sänge Zeit, bis sich die Nacht de? Göttlichen offenbart; was bedeuten hber die Schranken von Raum and Zeit im Hinblick auf das Göttsiche, das Ewige? i „Tie, Engel des Friedens-weinen bitterlich^" so möchten wir mit hem Propheten jetzt am.rufen, da der Krieg infmer noch seine Opfer perlangt. Die Morgenröte des Friedens ist noch nicht aufgegangen; stber unsere Hoffnungen und Wiinsche, daß der neue Tag des Völker-, (riedens in nicht allzu langer Ferne anbrechc, gelten nicht mehr als rnndlose phantastische Träume. Schon lassen sich einzelne Stimmen ns feindlichen Ländern vernehmen, die zur Pelbsteinkehr und Beinnung mahnen, schon sangen dip Feinde an zu lmerken, daß ihre Vernchtungspläne an: der K'raft'Teutschlands und seiner Bundesgenossen verschollen, schon wittert die Menschheit die Motgenluft des Friedens. Im wirtschaftlichen Leben rüstet man sich bereits für die Uebergangszeit zum Frieden und fi r die Fr edenszeit selbsts Auch wir als Juden müssen im Kriege an die kommenden Zeiten kdes Friedens denken. Wir haben oben schon ousgcführjsi daß wir uns! rüsten müssen, um in hem neiren Deutschland uns wehren zu können, chenn sich unsere alten tzeindc wieder gegen nutz erheben. Tie Nächwehcn des Krieges fvcrden noch lange auf unsrem Vaterlande lassen, und'' wir fürchten, daß Böswilligkeit und'Beschränktheit für mastche noch in späteren Zeiten zu tragenden Ohfer uns Juden wird verantwortlich machen: oft genug haben wir Aehnliches erfahren, die aßte Tragödie kann sich Wiederholen. Schon jetzt machcsn sich deutlich Anzeichen hierfür bemerkbar; voraussichtlich werdest wir noch oft auf den Kampfplatz treten müssen, bis, auch im Innern Deutschlands alles, was Menschenantlitz trägt, in Wirklichkeit des c lcichcn Rechtes Nnd der gleichen Wertschätzung sich erfreuen wird. — Auch lehren die Makkabäer, mit welchen Waffen wir uns erfolgreich gegen ungerechte Angriffe-wehren sollen; niemals haben sie sich durch Enttäuschungen Entmutigen lassen; jie blieben standhaft und nahmen ir>uner von neuesn den Kamps auf, bis das Ziel erreicht!war. Ihr wcrt und seid Zöugen, daß auch unser deutsches Heer niemals verzagte und versagte, auch wenn die Hemm, nisse in Bergcshöhe sich ihnen entgegentürmten, ihr habt gesehen, welche Schwierigkeiten durch unermüdliche Ausdauer bewältigt werden. Unverwüstliche Hoffnungsfreudigkeit beflügelte die ehernen Schritteder siegreichen Hqere. Auch'ihr, jüdische Soldaten, sollt und werdet nach eurer Heim! ehr euch nicht niederbeugen lassen, auch wenn ihr merken werdet, »aß unsere große Zeit noch immer nicht unsere berechtigten Wün che und Forderungen verwirklicht hat. Als Juden können und werden wir im Kampfe gegen Ungerechtigkeit und

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