Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 6 (10.12.1917)
- Date
- 1917-12-10
- Page
- Seite 199 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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können: daher beugte er nach jedem Sieg sein der ^Geschicke. Am biblischen Peßachfeste feiern w geichichte, der uns mit sichtbaren Wundern aus am! nachbiblischen Chaniikkahfcste huldigen wir gei'chichte, der uns mit uniidjtbarcn Wundern aerettet hat. o war es „in jeneü Tagen". „In dieser 199 — j.ahne Gottesführursg da > Gewaltige ^nicht halte vollbrachtwerden Knie vor dem Leiter ir den Gott der Welt- Aegypten befreit hat: dem Gott der -Weitaus der Syrergewalt Zeit" erleben wir ein erschütterndes Drama, für das es in der Gcsihichte keine Parallele gibr Und doch crinnerr in wundersamer Weise die Kämpfe „dieser Heil"-an die Kämpfe „jeuer'Tage". Vom äußeben Gesichtspunkte aus betrachtet find die bellten geschichtlichen Ere gnisse von einander grunüaus verschicken. Damals war der Kamps auf ein einzelnes Land beschränkt, heute erzittern ganze Erdteile von dem ehernen Tritt kämpfender Heere; damchs zählten die Heere nach Tausenden, heute nach Millionen; damals tobte der Kampf zwischen Heidentum Und Judentum. heute hat Freund und Feind dieselbe Religion; unser Weltkrieg ist ein Riesenküeg im Vergleich zu dein Makkabäerkämpfen. "roh dieser Verschieden!)nt gehört keine allzu starke Phantasie daziy um Beziehungen zu finken, die beide Zeiten verbinden. Wie einst „in jenen Tagen" so auch „iy unserer Zeit" ward ein Lügenfeldzug oeranslaltct, um das angi griffcne deutsche Volk dem Hasse der Mensch-' heit preiszugcben lind se ne Feinde zu vermehr«». Wie damals Antiochns die Juden als Tarbaren hinstellen wollte, ebenso taten und tun es unsere Feinde mit uns. Es ist schono t darauf hinaewicsen worden, daß Deutsche un) Juden dasselbe trag! che Schicksal «erfahren müssen; die beiden Volke-, die der Menschheit so viel gebracht, werden bin meisten gehaßt, und beide Völker scheinln unbezwinglich zu sein. Ein völkerpsycholo >isck)es Problems an sich interessant, wenn es nicht gerade für uns deutsche Juden doppelt traurig wäre. Beide Völker, haben der Menschheit Neues und Großes verkündet, beide haben eigenartige Kulturen zum Segen der Allgemeinheit geschaffen., jSk'il aber beide Völker kraft ihrer Anlagen Großes hervorgebracht, s>as in ihrer Eigenart eir besonderes Gepräge trägt, wurden sie so oft licht verstanden und daher oft mißachtet. Goethe, der geniale Seelenrgründer, sagt mit Recht: „Deutsche gehen nicht zu Grunde, so wenig, ie die Juden, weil es Individuen sind". Individuen sind eben' twas Besonderes und missen sich erst im Gegensatz zu der Umgebung urchsetzen; diese Notwen ügkeit, sich durchzusetzen, begegnet oft harten iderständen, erhöht aller die Kraft. Der geiswolle Ferdinand ürnberger nennt die Deutschen und die Judm die beiden seelenaftesten Völker. Das Seelenhafte wird oft verkannt, wenn an ihm ,.ur der Maßstab des Irdischen und Sinnlichen angelegt wird. Ein icinsinniger Philosoph preist die deutsche Jdeclität, „weil sie vereinigt, was anderen ewig widersprechend scheint, weil sie die Einheit sucht von Kraft urd Ordnung, von Freiheit und Gesetz, von ßelbstherrlichkeit und hirgcbendem Dienst, von Eigenheit und Allgemeinsinn, die Einheit eben'von Individualismus und Absolutis-