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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-12-10 · 6 (10.12.1917) · p. Seite 198

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
6 (10.12.1917)
Date
1917-12-10
Page
Seite 198 (sequence 38)
Language
German
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198 — Königs. Das Wunderbare ward Ereignis, die syrischen Feldherren Nikanor und Gorgias wurden bei Emaus i. I. 165 völlig besiegt. Dankerfüllt priesen die Sieger die göttliche Gnade. Noch von anderen glänzenden Siegen erzählt die Geschichte. Antiochus, der. in seinen Hossnungen enttäuscht, immer noch von dem Wahn befangen war, daß die Menschenmasse allein genügt, um das Recht zu vergewaltigen, sandte i. I. 164 seinen bedeutendsten Feldherrn Lysias mit einem Heere von 60000 Mann zu Fuß und 5000 Mann zu Roß in das Feld; abermals offenbarte sich die Wahrheit des Prophetenwortes: „Nicht die Macht und nicht die Kraft, sondern der Geist ist es, der das Schicksal leitetil' Das sechsfach überlegene'Heer der Syrer wurde von den Truppen des Makkabäers gänzlich geschlagen. Juda Makkabäus zog als Sieger in Jerusalem ein, das von dem Feinde zur Vernichtung bestimmt war. Ter löwenmulige Sieger war zugleich der gottbegnadete? Priester: er vertilgte jede götzendienerische Spur, die heilige Stätten entweihte, und am 25. Kislev i. I. 164 weihte er den durch Götzendienst geschändeten Tempel von neuem, an demselben Tage, an dem drei Jahre vorher den Götzen das erste Opfer dargcbracht worden war. Es war der Sieg des Gottesglaubcns über den Götzendienst, des himmlischen Geistes über die irdische Gewalt. Das Walten der Vorsehung offenbart sicki oft darin, daß zur rechten Zeit der rechte Mann erscheint, zur Zeit der Bedrängnis der Netter in der Not; eine solch providentielle Persönlichkeit war Inda Makkabäus. Wir wissen nicht, was wir an ihm mehr bewundern sollen, sein strategisches oder sein religiöses Genie: beides mußte in ihm vereint sein, um das große Rettungswcrk zu ermöglichen. Er sollte nicht nur in Schlachten den Feind bezwingen: das war nur der Weg, der zum Ziele führte: er war vielmehr besonders dazu berufen, die Lehre des Judentums zu verteidigen und in ihrer Reinheit zu erhalten. Makkabi, der Hämmerer, ward er genannt, weil er wie ein Hammer die Reihen der Feinde zertrümmerte: der Name Makkabi soll auch nach einer Teutung an einen,Gott verherrlichenden Hymnus erinnern. Dem Sinne nach haben beide Erklärungen ihre Berechtigung: in der Seele Makkabis waren Kraft und Frömmigkeit harmonisch vereint. Die Kraft, die von ihm ausstrahlte und aus die von ihm Geführten überging, hat, das scheinbar Unerreichbare vollbracht. Ein solcher Führer vermochte Massen zur Begeisterung und zur Höchstspannung der Leistungsfähigkeit fortzureiß^n. Er ward zum Netter seines schwer bedrängten Vaterlandes: für sich erstrebte er weder Macht noch Ruhm, nur seinem Volke diente er, und Gott gab er die Ehre. Wie er gelebt, ist er gestorben. I. I. 160 erlitt er in der Schlacht bei Adasa den Heldentod. Seine Brüder haben in seinem Geiste so, tgewirkt und das Werk vollendet, das er begründet. Wenn man der größten Männer aller Zeiten gedenkt wird auch sein Name genannt werden. In der Religion, in der Geschichte und in der Kunst, in den Neichen des Guten, des Wahren urd des Schönen wird sein Name wie der eines Unsterblichen gefeiert. Niemals glaubte er, daß seine Kraft allein die großen Erfolge gezeitigt: mit Recht war er davon durchdrungen, daß

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