Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 6 (10.12.1917)
- Date
- 1917-12-10
- Page
- Seite 197 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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— 197 — Einzelleben, so ili der Völkergeschichte. Antiochus wollte u. a. int Allerhciligsten des Tempels ein steinernes, auf einem Esel stehendes Bild eines Manyes mit einem Buche in der Hand gesehen haben. Tiefes Bild sollte^ unseren Lehrer Moses dargestellt haben, und dieser Moses soll Haß gegen alle Völker gelehrt und Wohlwollen gegen die Menschen verboten haben. Stoch andere Lügen wurden verbreitet, die an die Verleumdung des Ritualmordes lebhaft erinnern. Er, der grausame Tyrann, wollte Wut und Abscheu cegen das Volk Hervorrufen. das der Welt den einzigen Gott und die reinste Menschenliebe verkündet hat. Mcnelaus, der Genosse und Helfer des Lügen ersinnenden Antiochus, war einer von den vielin, die in Ruchlosigkeit ihr eigenes Rest befleckten. Wie oft wiederhol;> sich diese Tragödie in der jüdischen Geschichte, daß Apostaten uns verderben wollen. Mit Lügen vergiftet waren die Waffen des Antiochus; geadelt durch Reinbeit der Gesinnung waren die Makkabäer. Matthatias, der greise Priester, erhob den Kampfesruf: „Mir nach, wer für das Gesetz eifert und treu zum Bunde hält!" Mit seinen st uf Söhnen, Jochanan, Simon, Juda, Elcasar und Jonathan, sammelte er in der Zeit der Rot ein kleines -Häuflein von Getreuen um sich. Ticie der Zahl nach geringe Schar konnte zuerst eine offene Feldschlacht nicht wagen, sie suchte vor den Verfolgern Zusluch: in verborgenen Höhlen, in der Wüste und an anderen nicht leicht erreichbaren Orten;, sie mutzte sich erst in der Handhabung der Staffen üben. Metthatias zerstörte götzendienerische Altäre, machte Verräter im eigenen Lande unschädlich, eröfsncte auch in, Gebirgsgegenden in kleinen Kämpfen den Krieg; ihm gebührt der Nuhng a:§ der erste das jüdische Volk für die Befreiungskämpfe begeistert zu Hilden. Als er i, I. 166 seine Heldenseele laushauchte, war die Schar der Kämpfer im Verhältnis zu den Feinden immer noch verschwirdend klein. Sterbend niahnte er, den Kämpf für Gott und Freiheit mutig weiter zu führen; mit erleuchtetem! Geiste bestimmte er feiren Solch Juda, den kraftvollsten, znm Führer im Kampfe. Nach diesem wird — wie wir sehen werden mit'vollem Rechte — die Zeit oer Freiheitskämpfe die Makkabäerzeit gebannt. Tie Getreuen um Juda nahmen an ZahT allmählich zu, doch immer noch war diese genug im Vergleich zu der Uebermacht der Feinde. Judas Führung errang ungeahnte Erfolge, die Feinde erlitte^ schwere Niederlagen. „Von wenigen." so heitzt es im Gebete des Wmhefestes, „wurden viele besiegt"; die Feinde konnten es nicht fassen, datz sie trotz ihrer großen Anzahl besiegt wurden. 40 000 Mann zu Fuß und 7000 zu Rotz wurden von dem ob der Niederlage erregten Könige gegen Judäa gesandt. Jerusclem sollte zerstört und die Juden vom Erdboden vertilgt werden; av diesen Erfolg glaubte . der gereizte König mit Sicherheit; Sklavenhär dler waren bereits gekommen, um gefangene Juden von den Syrern zu kaufen. Um Juda waren nur 6000 Mann versammelt; gestärkt durch Gebet, gefestigt im Vertrauen auf den himmlischen Lenker dcrSchlochlen zogen „die wenigen" gegen „die vielen" in den Kampf. „Die wenigen" wutztcn, wofür sie kämpften, „die vielen" aber waren nur Söldlinge eines hochmütigen