Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 6 (10.12.1917)
- Date
- 1917-12-10
- Page
- Seite 196 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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— 196 — uns unseres Bekenntnisses wegen als Fremdlinge betrachten, bleiben weiter unsere Gegner, obwohl sie erlebt haben, daß Völker derselben Religion sich gegenseitig zerfleischen. Las -Vorurteil kann nicht bes lehrt werden, weil es nicht belehrt werden will; es ist stärker als Eisen und Stahl. Ihr, deutsche Soldaten jüdischen Glaubens, habt bewiesen, was Treue zum Deutschtum heißt; mit ihrem Blute haben Tausende jüdische Jünglinge bezeugt, daß ihnen das Vaterland höher steht als das eigene Leben; freiwillig sind sie in Scharen ausgezogcn; nur Lug und Trug vermag unsere Treue zu Deutschland anzuzweifeln. Gewetteifert haben wir mit den Bekennern der anderen Glaubensgemeinschasten, unser Vaterland zu schützen, jeder an seiner Stelle, jeder mit seinen Kräften. Wir wollen hier nicht.-auf Einzelheiten cingehcn, nicht von der anerkannten Tapferkeit jüdischer Soldaten sprechen, nicht Großtaten von Juden rühmend hervorheben, die zum Segen für das Vaterland in schwerer Zeit geworden sind. Tie Erfüllung unserer Pflichten war und ist für uns selbstverständlich; Dank verlangen wir nicht, aber gegen schnöden Undank werden wir uns bis zum. äußersten wehren. Wenn wir aber auch manche Enttäuschung erleben, so blicken wir doch mit Zuversicht in die Zukunft; wir haben das feste Vertrauen, daß ihr. die ihr draußen auf dem Felde der Ehre kämpfen gelernt habt, euren Mut bewähren werdet, wenn es gilt, un scre jüdische Ehre ebenso zu verteidigen wie unsere deutsche Ehre. Weiden Juden deswegen weniger schätzt, weil er seinem Bekenntnisse treu 1 "bleibt, der entweiht die deutsche Ehre nicht minder wie die jüdische: jeder Deutsche muß Schmerz darüber empfinden, wenn noch nach diesem Kriege eine Bekennergemeinschaft die andere grundlos' befehdet. Ter Tod hat Christen und Juden vereint, das Leben darf sie nicht trennen. . Heilig war der Makkabäerkamps „in jenen Tagen", heilig der deutsche Kampf „in unserer Zeit", und heilig wird auch der Kampf sein, der uns für unsere religiöse Ehre und unser staatliches Recht anfgczwungen wird. Ihr, jüdische Soldaten, die ihr un . erschrocken dem Tode ins Antlitz geschaut, werdet unsere treuen Mit-z kämpfer sein, wenn die Pflicht ruft. II. Wir haben die Ursachen erklärt, die den Makkabäern das Schwert in die Hand gedrückt, und die Ideen dargelegt, für die die Helden mit ihrem Leben eingetretcn sin,d. Wir wollen jetzt: auf den Verlauf der Makkabäerkämpfe selbst eingehen; aus dem Klifren der blutigen Waffen werden Stinimcn ertönen, die einen ergreifenden Wiedcrhall geben. „In jenen Tagen" haben die Feinde zuerst Unwahrheiten und Verleumdungen als Rüstzeug benutzt, um die Gemüter aufzüregcn und gehässige Stimmungen hervorzurufen. Sie wollten: durch Lügen den Schein erwecken,/als ob sie eine gerechte Sache verteidigten und die Juden ein ungezügeltes Barbarenvolk wären, sie wollten Recht in Unrecht, Unrecht in Recht verwandeln. Antiochus wollte sich als Vollstrecker eines Strafgerichts und Schützer der Kultur hinstellen. Jeder Verbrecher bemüht sich, sein Verbrechen zu entschuldigen, so ist es im