Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 6 (10.12.1917)
- Date
- 1917-12-10
- Page
- Seite 195 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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— 195 — Worte der Bibel Anstimmen: „Unsere Hände haben nicht dies Blut vergossen". Darutn, tapfere Soldaten, seid stark wie die Makkabäer, die gleich euch für die männermordenden Schlachten nicht verant. wörtlich gemacht cherden konnten, seid stark wie eure Vorfahren, die gleich euch die Hästde rein Zum Himmel erhebest konnten. Nicht nur die Ursache des Krieges berechtigt uns. diesen -en heiligen Kämpfen' der Vorzeit an die Seite zst stellen, auch die Ideale, für die Deutsch, land ringt, sind dänen gleichwertig, für die die Makkabäer in.den Tod gegangen sind. Wie damalß das Vaterland bedroht war, so jetzt, wie damals das Höchste auf dein Spiele stand, so jetzt- Unsere Feinde machten kein Hehl aus ihrer Absicht, Teutsihlands Kraft zu zertrümmern und unsere Volkswohlfahrt bis zur Vernichtung herabzudrücken. Die Schicksalsstustde unseres Vaterlandes hatte geschlagen. Es wäre nicht auszudenken;, welch ein Los dk^m besiegten deutschen Volke beschieden wäre. Deutschland ist das Herz Europas, deutsche Kultur das Herz der Menschheit; ein geschwächtes Herz gefährdet den ganzen Organismus. ,^Jn jenen Tagen" galt es. jüdische Kultur vor Vernichtung zsi schützen;! »in dieser Zeit" gjlt es, deutsche Kultur in ihrer edlen Wirksamkeit zu erhalten. Aus diesem Bewußtsein ist die dnthusiastische Kraft zu und jetzt die Deutschen Not v^uimmru juuilujtu v^nuiiucuxi vollqn Frieden erkämpft, erh Heimat zurückkehrest werdet, gelehrt hat, daß d i r Kamps erklären, mit der einst unsere Vorfahren und Tod ertragen haben. Wenn der ersehnte Fritzde gekommen sein wird und ihr, deutsche Soldaten jüdischen'Glaubens, die ihr mit euren Kameraden den ehrenpbenen Hauptes in eure euch zujauchzende vergesset dann nicht, was die Weltgeschichte den Stempel der Heiligkeit an sich trägt. der uns grundlos aufgeznmngen wird und höheren Idealen gilt. Wir sind keine Propheren, die in die Zukunft blicken können, aber wenn die Vorzxichest nicht trügen, werdet ihr nach eurer Heimkehr einen anderen Kampf ausnehmen stiüssen; nicht mit dem Schwerte von Stahl und Eisen, aber mit geistigen Waffen werdet ihr einzutreten haben für das Recht, das euch gebührt, für das, was ihr als Deutsche und alsJuden euch selbst und dör Gesamtheit schuldig seid. Als im denkwürdigen August 1914 Deutschland wie ein Mann sich erhob, um in den heiligen Kampf zu ziehen, da glaubten wir, daß der Sturm der Begeisterung alle Zwietracht wegsegen.würde, die früher in unserer Mitte verhängnisvoll gewirkt hat. Diese Hoffnung scheint sich leider nicht ganz zu erfüllen. Von neuem sehen wir, wie Mißgunst und Gehässigkeit gegen die Ehre usid Lehre des Judentums ihre lästernde. Stimme erheben: I Unsere >Gegner spotten jeder Belehrung; sie haben durch den Krieg nimts gelernt und nschts vergessen. Ter Nasjcnantiscmit, der uns nicht wohl will, weil wir Nachkommen der Provheten sind, verharrt in seinem Wahn, obwohl Völker derselben Rasse sich jetzt blutjig bekämpfen »std fremde Rcisien miteinander auf Gedeih und Verderben verbunden sind. Die Feinde, die uns für minderwertig halten, weil siü unsere wirtschaftliche Konkurrenz fürchten. lassen sich nimt belehren, obwohl sie im K ücge hätten erkennen müssen, daß ihre Theorien ajis Irrtum beruhen. Tie Fanatiker, die