Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 6 (10.12.1917)
- Date
- 1917-12-10
- Page
- Seite 194 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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194 loben, toben anders geartete, gewaltigere Kämpfe, ober doch weht uns aus diesen ein ähnlicher Geist entgegen, wie einst '„in jenen Tagen". An euch, deutsche Kämpfer jüdischen Glaubens, wendet sich das Ehannkkahfest und ermahnt euch, „jene Tage" mit „dieser Zeit" zu vergleichen. Können wir diesen weltumwälzenden Krieg, in dem ilir euer kostbares Leben einsetzet, den Makkabäerkämpfen an die Seite stellen? Könnt ihr mit demselben reinen Gewissen, das einst'unsere Väter in den Kampf gegen die Syrer begleitete, den Schlachtendonner bei Beginn des it einer ruhigeren stt viele Jahre anvernehmen? Ter elementare Enthusiasmus, der Krieges die Gemüter ergriffen, ist im Laufe der Z> Erwägung gewichen. Solcher Enthusiasmus kan» ni[- dauern, das stiegt in der Menschennatur; das Urteil des besonnenen Tenkens. beweist mehrmals der Rausch der Gefühle,! der alles verklärt anschaul. Seitdem dir' Weltkatastrophe über die Menschheit hereingebrochen, erhebt ein Volk gegen das andere die Anklage, das furchtbare Verhängnis verschuldet zu haben. Wer bat die Blutschuld auf sich geladen? Tie Weltgeschichte wird einst beweisen, dätz die feindlichen Völker seit vielen Jahren gegen .uns verbünde^ waren. Unser Kaiser war stolz darauf, ein Jriedeur-sürst genamft zu werden', ost bewies.er es. wenn kriegerische Stürme sich zu entladen drohten: nur m>: schwerem He> zen ries'er fein Volk au den Wessen, als die rer-' biiudete» Feindesicharen unsere Eristenz und unsere Freiheit bedrohten. Tie aus dem'Fürstemuord in Serajewo sich ergebenden Verwicklungen waren nur die äußere Veranlassung für den Westkrieg, der innere!*>njnb lag tiefer und war lange vorder vorhanden-, die feindlichen Mächte halten , längst geplant? in einer ihnen günstigen Zeit uns in fccij Krieg hii'winguzwingen. Unvergessen! seien die Worte des Kaisers, in denen er in feierlicher Stunde! erklärte, daß er -den Krieg nicht gewollt. Erst vor wenigen Monaten ward durch ein Verfahren vor einem Gerichtshöfe ini feindlichen Lande unzweifelhaft festgeslellt, welch unlautere Mittet angewandt wurden, um den Krieg heraukzubeschwören. Wir brauchen nicht erst die Urkunden über die Ursachen des Krieges mühsam zu durchforschen, um »ns ein Urteil zu bilden. Teutichland hatte nicht die geringste Ursache zum Kriege, es erstrebte keinen Fußbreit fremden Besitzes, es fürchtete keine wirtschaftliche Konkurrenz, es hegte gegen keine Nation irgendwelchen Haß: im Gegenteil, der Vorwurf wurde gegen Deutschland erhoben, daß es allzusehr nach der Gunst anderer Völker haschte. Deutschland wußte auch, wie eng es von den feindlichen Mächten längst eingekreist, war und wie nu?nig befreundete Nationen ihm zur Seite stehen würden. Ganz anders verhielt es sich bei unseren Feinden. Und auch braucht nicht bewiesen zu werden, wer den furchtbaren Krieg verlängert. Hat nicht Deutschland wiederholt seinen starken siegreichen Arm ansge^treckt. um dem Feinde den Frieden anziibieten?! Diese Friedensbereitschaft kann durch keine sophistisckie Verdrehiisig weggeleugnet werden. Wieviel Menschenleben und Kulturgüter wären noch gerettet worden, wenn der baßerfüllte Feind die Hand des Friedens angenommen hätte! Wir können jetzt mit ruhigem! Gewissen in die