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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-12-10 · 6 (10.12.1917) · p. Seite 193

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
6 (10.12.1917)
Date
1917-12-10
Page
Seite 193 (sequence 33)
Language
German
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— 193 Jahrhundert der mächtige Stircvfönici Antiochus, der öi." Lehre des Judentums Hatzte, der, iclbft. an seine Söttet nicht glaubend, doch ivn Glauben an die'e unseren Vätern aufzwingen wollte; der heidnische rnoUte das Her; der südiscler Nation duv-ckbobren und rviGt', Satz deren Herz ihr Glaube ist. Jüdische Verrüchr halfen dem grausamen Judenhasser in seinem Vernichtungskam^se gegen Judas Ehre und Lehre. Lange Zeit ertrug unser Volk geduldig schwere Unbilden, die ihm ohne Grund auferlegt waren; doch als der heidnische Götzendienst in das heilige Land mit Gewalt eingeführt werden sollte, da ward aus dem Volke frommer Priester ein Volk kraftvoller Kämpfer. Aufgezwungen wurde dem jüdischen Volke der Kampf, grundlos das Schwert gegen dasselbe gezückt. Wenn Antiochus damals seine Pläne zur Ausführung gebracht hätte, dann wäre mit der Lehre des Jrrdcntums die Mutter aller Kulturreligionen untergegangen. Die kühnste Phantasie kann sich kaum eine Vorstellung davon machen, was gewesen wäre, wenn damals nicht die Makkabäer aufgestanden waren und dem Heidentum, das sie vergewaltigen wollte. Trotz geboten hätten. Ergreifende Zeugnisse von Martyrien für die Treue zum Glauben und zum Vaterlande werden berichtet; aber Dulden und Leiden allein hätten niemals die drohende Katastrophe aufgehalten. Da erhob sich der greise Matthatias aus dem Priestergeschlecht, und seine welke, müde Hand griff zum Schwerte;,er und seine Söhne, die Makkabäer, erkannten, datz der aufgezwungene Kampf ausgefochten werden mutzte. Vor der sittlichen Hoheit edler Märtyrer beugen wir ehrfurchtsvoll unser Haupt; für die unsterblichen Taten mutiger Kämpfer danken die spätesten Geschlechter; ihr Siegen ward ein Segen für die Ewigkeit. Die Makkabäer, Priester der Abstammung und der Gesinnung nach, erkannten, datz die Zeit zum Dulden vorüber und die Zeit zum Kämpfen gekommen war; sie wußten, datz „üher dem Altäre", auf dem sie opferten, das „Eisen nicht geschwungen werden durfte"; aber ebenso wußten sie, daß, wenn das Gewissen bedroht ist, das Söhvert sein heilig Recht hat. Der Feind wollte im Uebermut das Judentum zum Heidentum erniedrigen und drückte Priesterhänden, die sonst nur segneten, mit Gewalt das Schwert in die Hand. Die Bibel berichtet uns von Kriegen mannigfachster Art, sie verherrlicht durch Lied und Sang manchen rühmlichen Krieg; aber keiner dieser Kämpfe lebt jn der durch ein Fest geweihten Erinnerung weiter; nur die Siege, von denen die Makkabäerbücher berichten, legen noch heute Dankespsalme auf unsere Lippen. Das Buch der Kriege, das in der Bibel erwähnt wird, ist verloren gegangen, die Makkabäerbücher haben sich erhalten. Dasselbe Judentum, das im Paradies des Friedens den Änfang und das Endziel der Menschheit erblickt, hat zur Erinnerung an die Makkabäerkämpfe' ein heiliges Fest bestimmt; ein religiöses Fest konnte nur zur Erinnerung an solche Kämpfe eingesetzt werden, die zwiefach geweiht waren; aufgezwungen wurde der Kampf dein jüdischen Volke und für die höchsten Ideale geführt. Solch heilige Kämpfe wurden in „jenen Tagen" vor mehr als > zwei Jahrtausenden ausgefochten: „in dieser Zeit", die wir jetzt,er- - i I

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