Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 6 (10.12.1917)
- Date
- 1917-12-10
- Page
- Seite 188 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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— 188 — Noch starker erfuhr ich meine eingeborene innere Verbindung mit der chasiidischen Wahrheit an dem zweiten Buch, der „Legende des Baalschein"i -die aus einer Auswahl der iibcilieferte^ Sagenmotivs, die ich den! Volksbüchern, später auch dem Volksmunh entnahm, den inner» Vorgang im Leben des Meisters aufzubaucn jücht. Auch hier hatte ich. kuize Zeit nach der Niederschrift der ersten Nqchman-Mürchen, zu übersetze» begonnen. Auch hier widerfuhr mir dii.- Enttäuschung. Tic Vorgefundenen Geschichten waren zumeist roh und plump ausgezeichnet: sie wurden in der Uebertragung nicsft geflügelter-). So kam ich auch hier zum eignen Erzählen in wachsender Selbständigfeit,- aber je gröber die Selbständigkeit wurde, um so tiefer erlebte ich die Treue. Und darum durste ich. obgleich der weitaus größte Teil des Buches eigengesetzliche Tichtung aus überlieferten Motiven ist, als rechtichassnen Bericht meiner Erfahrung von der Legende sagen: „Ich trage in mir das Blut »nd den Geist derer, die sie schufen, und aus Blut und Geist ist sie in mir neu geworden." Ich habe seither, mehrere Jahre nach der Bollcndling der beiden Bücher, eine andere Art künstlerischer Treue gegen dse volkstümliche chaiiidiiche Erzäblung gesunden, eine Art, deren Zeugnis mein Blich „Tic Welt der Ehassidim" sein wird. Aber dies gehöijt nicht mehr in Zusammenhang dieser Mitteilungen, die meinen Wetz zum Chassidismus zum Gegenstand haben.! *! Wohl aber gehört noch in diesen Zusammenhang (neben München anderen Erlebnissen, die voreist nnbcrichlet bleiben sollen)! eine humoristische und sinnvolle Begebenheit, die sich vor ungesähr sieben Jahren ereignete, »nö zwar wieder in der Bukowina, unweit von Saöagora. in der Landeshauptstadt Ezernowitz. Nach einem Bortrag, den ich dort gehalten hatte (cs war die dritte meiner ..Tiei Neken über das Judentum"), ging ich mit einigen Mitgliedern der Verbindung, die den Abend veranstaltet hatte, in ein .(lasseehaus, um. wie es mir lieb ist. der Rede vor vielen, die in ihrer Form keine Gegenrede gestattet, ein Gespräch mit wenigen folgen z» lauen. wo die Anschauung sich iin Eingehen auf Einwand und Frage unmittelbarer üarlegt und Persönliches aus Persönliches wirkt. Wir^erörlerten gerade ein »loralp.hilojophijches Thema, als an unseren Tiich ein gutgewachsener, bürgerlich blickender Jude in mittleren Jahren trat und mich begrübte. Meinen wohl ein wenig fremden Gegengruß beantwortete er durch die eines leichten Vorwurf» nicht entbehrenden Worte: „Herr Doktor! Sie erkennen mich nicht?" Als ich verneinen mutzte, stellte er sich mir als M.. der Bruder eines frühere» Lekonomen meines Vaters, vor. Ich forderte ihn aus. üch zu uns zu iehen. ließ mich über seine Lebensuiustände unkrrrichten und nahm iodann das Gespräch mit den jungen Leuten wieder aus. M. »> Sitte (tiefer (immerhin chan etwa» freien) lieb rtrngnnncn .Der unheftbrirb-ne Brief ist tu der Wochenschrift »Die Wenertchiet en. über in b * Su.ti ,nicht itufflenotiimra ntotben. . I