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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-12-10 · 6 (10.12.1917) · p. Seite 186

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
6 (10.12.1917)
Date
1917-12-10
Page
Seite 186 (sequence 26)
Language
German
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Meer ist. den vermag es wohl der Verwandlung zuziisühren. So ist es mir ergangen. Ich bekannte mich znm Judentum, ehe ich es j recht eigentlich kannte. So wurde denn dies — nach einigem Umhertappen — mein zweiter Schritt: das Erkenncnwollen. Erkennen — damit meine ich nicht eine Aufspeicherung anthropologiickier. historischer, soziologischer Kenntnisse: io wichtig diese auch sind: ich meine das ünmittclbare Erkennen. das Aug-in-Auge-Erkennen des Volkstunis in seinen schöpfe» rische» Urkunden. Hier sei eine Warnung und Mahnung für den stingeickialtet, der Ernst machen will. Es dars für ihn auf die Dauer keine Ucbersetzungen geben. Uebersetzungen führen in die Irre. Mehr noch, cs dar»' iür ihn aus tue Tauer keine Chrestomathien geben. Chrestomathien ertötest die Anstrengung des Stoigcns, auf!ic cs ankomiut. Er inmü iicj) selbst Den Weg zu den Urkunden, den Weg zu den Müttern bahnen. Aut diesem Weg kam ich zum Chassidisinus.! Ich Halle mein Hebräisch, das dem Knaben ins Herz gewachsen war. in de u Slaui-ha-Tohu vernachlässigt. Nun erniarb ich es mir neu. Ich begann es in seinem Wesen zu erfassen, das in keine andere, zuinindest in keine abendländische Sprache adäquat übertragen werden kan», lind ich las s— las, erst imiiier wieder von spröder, ungelenker, uugeslalter Materie! abgeslechen. allmählich die Fremdheit überwindend. das Eigne entdeckend, das Selbst anschaixend. mit wachsender Andacht. Bis ich ^ines Tags ein Büchlein mifidifiif, das „Zewaat Nibeich". das ist Testament des Nabbi Israel Baal-Schein betitelt war. und die Worte mir entgegenblitzten: „Er ergreife die Eigcnick>ast deS Eifers gar lehr. Er erhebe üch im Eifer von seinem Schlafe, denn er ist geheiligt und ein andrer Mensch worden und ist würdig;n schaffen unk ist worden nach der Eigenschaft des Heiligen, gesegnet sei Er. der seine /Well' erschuf." Ta war es, das; ich. im Nu überwältigt, die chafiidishe. Seele erfuhr. Urjüdisches ging mir auf. u» Tnnkel des Exils z> neu bewusster Aeuszerung ausgeblüht: die Gottes-Ebenbildlichkeit!>es Menschen als Tat. als Werden, als Ausgabe gefasst. Und dieses Uriüdiiche war ein Uriuenschliches. der Gehast uienschlichster Neligioutät. Tas Judentum als Religiosität, als „Frcuiiuigkeit". als Ehaiiidiit gsng mir da auf. Tas Bild a»S meiner.Kindheit, die Erinnerung an den Zaödik und umnc Gemeinde stieg empor und leuchtete nur: ich erkannte die Idee des vollkommenen Menschen. Und ich wurde des Berufs inne, der Welt die Botschaft zu verkünden. Erst ab'r kam die Zeit des Studiums. Ich zog »ich. jechsundzwan;igjährig. für fiinf Jahre von der Tätigkeit in dir Partei, vom Artikelichreil cn und Nedeuhalten, in die Stille zurück: ich jaiumelte, nicht ohi'e Blühe, das verstreute, zum Teil verschollene Schrifttum, und ich veilenkte mich darein, Geheimnislanü um Geheiliinisland ciitdeckeNS.

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