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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-12-10 · 6 (10.12.1917) · p. Seite 185

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
6 (10.12.1917)
Date
1917-12-10
Page
Seite 185 (sequence 25)
Language
German
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— 185 — geeignet zu Ijiiben, bearbeitete er die Handimriften mit der Znverlätfigteit des moaernen Gelehrten. und zugleich mit Ser Wittensprätenz des taliniidiicheu Meisters, der zu jede», Latz, jedem Wort alles irgend Bezüglich? de, geiauuen Literatur mini rrelbar bereit hat. nicht als Material des Gedächtnittes allein, londer» als einen orgauitchen Beiitz der ganzei Perlon. Tie geistige Leidentchatt. die lich in leiner unablässige» Ariieit bekundete, verband sich £ er unberühibaren, unbeirrbaren dindlichkeit einer reinen 'giten'chenniitur und einem elemeutaren Jndenweteu. Wenn er (wie mimet, mein tremStpiachige rsaite aus lerne» Landern ihn betuchten), hebräitch torach. klang es wie Sie Liede eines ans der Berbannung henugeteqrtrn Küijreiu Ei machte sich keine Gedanien über das Judentum. aber er hatte das Judentum selber in sich. Solange! ich in seinem Hause lebte, war ich in den Wurzeln gefestigt. ob auch manche Kragen und Zweifel an mir rüttelten. BalH nachdem ich es vulietz, nahm mich der Wirbel des Zeitalters hin. Br-> in me)» zwanzigstes Jahr, in gelingeieui Matze auch noch darüber hinaus, war mein (Seist in stetiger und vieliältiger Bewegung, in einem von inaiii igsachen Einslüsten bestimmten, itniuer neue (Sestalt annehiiiendeii rveagel von Lpannuiigeu und Lotungen, aber ohne Zentrum und oihne wachtenöe «ubjlauz, es war wayrhattig Ser „Slaiitha-Lohu", die „Welt des Wirrtals", die mythnche Wohnstätte der schweiienden Leigen, worin ich lebte — in beweglicher Kulte des Geistes, über wie ohne Judentum. >o auch oine Mentchlichteil und ohne die jGegenuart des Göttlichen. l Den ersten Anstotz zu meiner Besreiunr gab der Zionismus. Ich kann hier nur andeuten, was er jür mich bedeutete: die Wiederhel >lel sing des ^utauiiuenhangs. die erneute Einwurzelung in die Geiueiniclttitt. .deiner bedarf der rettenden velbindung mit einem BolkStniii so sehr wie der vom geistigen Luchen ergrissene. voiu_ Intellekt in die Lütte entführte Jüngling: unt tr dieten aber keiner so sehr wie der jüdische. Tie andern bewahrt das von Jahrtaiitenden ererbte. zutietst eingeborene Band mit heimatlicher Erde und volkstümlicher Uebeiliefet;inj vor der Auslösung: der Jude, auch dr>r mit einem feit gestern erwcrbienen Lkaturgetühi und einem ausgebildete» Per» standnis etwa für deutsche Bolrstnnft und -Sitte, ist von ihr »»mittel- , bar bedroht, ist ihr, wotern er nicht zu seiner Eemeinsäwft heiiusiudet, preisgegeben. Und der dlinkendste Lleichtum un Jntellektualität, die üppigste Scheinproduktivitat <nui der Berbundene kann wahrhait produktiv soiii) vernwgen den Ausgelösien nicht für die heiligen Insignien des Menschentums, Wurzelhastigkelt, Berbundeuheti: Ganzheit, zu ent- , schädigen. Tatz mich dar Zionismus erfaßte und den Judentum neu angelobte. war. ich wiederhole es. nur der erste Schutt. Das nationale Bekenntnis allein verwandelt den jüdische» Meniihen nicht: er kann mit ihm ebenso teelenarm wenn auch woltl nicht »benio haltlos sein wie ohne es. Wein ss aber nicht ern Genügen, widern ein Ausichwung, nicht eine Einfahrt in den Hafen, tondern die Ausfahrt aufs offene

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