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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-12-10 · 6 (10.12.1917) · p. Seite 180

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
6 (10.12.1917)
Date
1917-12-10
Page
Seite 180 (sequence 20)
Language
German
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— 180 — Mehr Sdiiricricifcitcn bereitet luv5 i i 111 i cbie Problem. Auch scheinen mir die Oiefnhren. die hier yi befiinuM'rn sind, bedeutender yt sein. Mit aller Energie miiiien wir nach dem Kriege »ns bemühen, alle sittlichen Schäden, die sich in den Reihen der jungen Inden einzunisten drohen, auszumerzen. Tazu gehört es auch. daß nsir der immer mehr um sich greifenden M > i ch e h e n g e s a h r tatkrüjtig zn Leibe geliön. Tas Judentum rennt seinem Unglück entgegen, wenn da nicht eingegriffen wird. Die Jugend ist auch hier zum Retten befähigt und sie fühlt sich stark genug dazu. Ein groszes Arbeitsgebiet für sich bildet die soziale Tätigte! t. Auch hier wollen wir vorbildlich iein. Wir wollen allen, die unserer Hilfe bedürfen, helfen, ohne zu fragen, wes Standes sie iind. Ter Eltern- und Heimatlosen nehmen wir uns besonders an. Ihnen schaffen wir in unserer Mitte eine neue Heimat. Tie jüdische Jugend soll eine g r o ft e jüdische I a m i l i e sein, die der I r e u d e nicht ans dem W eg g e h t. d i e a b e r a u ch st a r k i m .K a m p s e ist. Wir können umere Erörterungen über, bic Aufgaben der jüdischen Jugendbewegung nicht beenden, ohne auch ihre Stellung zum Problem Teiitschtnm und Judentum zu streifen. Tie Verhältnisse bringen es mit sich, das; die Bewertung einer Organisation vielfach abhängig ist von ihrer Entscheidung zn diesem Problem. In ihrer. Broschüre über die „Organisation der jüdischen Jugend in Teutichland" bemerkt die langjährige (heichüftsführerin des Verbandes. Fräulein I>r. Gera Berliner, sehr treffend, daß für uns Teutschtum und Judentum sich wie zwei Ströme darstellen, die sich zu einem ganzen vereinigen. Täs wollen wir uns auch in aller Zukunft vergegenwärtigen. Wirchabeu Eigenschaften, die uns zum Deutschen machen, aber wir haben auch Eigenheiten, die sich nur bei einem Juden finden. Anißerlich mag vielleicht ein Zweiklang mitunter festgestellt werden können, aber in unserer Sache gibt es einen solchen nicht. Hier können wir nicht mehr trennen, was deutsch und was jüdisch ist. Aber wir leben beiden: dem Teutschtum und dem Judentum. Daß des möglich ist. hat die jüdische Jugend in diesen Kriegsjahren durch di? Tat bewiesen. und alle Theorien müssen an dieser Tat zu schänden werden. Makkabäerzeiten! Wir jungen Juden denken der Taten unserer Vorväter, lind wir wissen, welche Ausgaben von uns erfüllt werden müssen.!Alle haben wir den einen Willen, dem Judentun zu dienen. Laßt uns auch einig sein in dem Weg, den wir gehei wollen! Laßt uns nicht durch Zwietracht das (Gelingen unseres großen Werkes aufs Sv el sehen. Wie'ein gewaltiger Strom muß es durch das deutsche Judentum gehen, alle Widerstände müssen niedergerssen werden. Juzend und Alter müssen Seite an Seite kämpfen: jugendliche Begeisterung und jugendliches Jener muß durch die,überlegene Ruhe der- Alters ergänzt werden. Wird dem so sein, dann w rd linier Kamps, der nicht ein zeitliches Ringen gegen äußere Wider acher des Judentuijis ist. von Erfolg gekrönt iein. Tann wT'rd^der Tag kommen, an dem das jüdische Bewußtsein wieder El e m e i a g n t d e r G e s a m t h e i t i st. Tas. Jugend, ist Tein Ziel! ' I

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