Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 6 (10.12.1917)
- Date
- 1917-12-10
- Page
- Seite 179 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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179 - ist es aber andererseits, bofe wir seitens der Aelieren jedwede erforderl che Ilnteistützung erholten^ Die peilen dürste i wohl für immer vor-' Ubier sein, in denen mon die Tätigkeit der Jugend mit einem mitleidigen Achselzucken abgetan Hot. Tie Erkenntnis der Bedeutung" unterer Arbeit ringt sich immer mehr durch. Und jo muß mon sie auch fördern. 'Nicht nstr in motcrieller Beihilfe besteht die Unterstützung', sie besteht vielmehr in wr Hauptsache in einer geistigen Förderung un- Veistpndnis muß unürer Dache entgegengebracht t nicht mehr die Zeit, in der wir nur diese Unter» üisen. Wir berufen u n s a u s d o s W c r k., Judentum schoss-n wollen und verjedem, der dos Judentum liebt, die serler Interessen, werden. Heute il stützung betteln n dos wir dem l o in g e n von Beihilfe. Die Erziehungsarbeit der Jugendbewegung erschöpft sich nun nicht im Jüdischer!. Jede Jugendorganisation muß noturgcniäß ouch ouf die Ausbildustg ihier iMitglieder zu tüchtigen Menschen Wert legen. Nur tritt hei undieses Erziehungsziel in nriterer Arbeit vielleicht nicht so sehr! in die Erscheinung, wie bei anderen Jugendorganisationen. Tenn d?e Erz ehitng z»'Juden in der Art. wie sie bei »ns geübt wird, ist zugleich öiej Erziehung zum Menschen. Mensch sein heißt doch schließlich nich s anderes, als im Kampfe des Lebens einen sittlich gefestigten iChoroi'ter zu zeigen. Erkennen wir im Religiösen' den inneren Kernjdes Judentums, so verniitteln wir dadurch sittliche Werte. Religiöses Jndlntum kann jo nicht nur als etwas Acußerliches angesehen cherden. als etwas, das durch die Ersüllung von Zeremonien, derert Bedeutung allerdings nicht verkannt werden soll, verwirklicht wird:! sondern unter echter Religiosität ist das Führen eines Lebens zu verstehen, dis den Geboten der Sittenlehrc entspricht, d'eisich ouf der Erkenntnis des reinen Gottesbegrisses aufbaut. So brauchen, wir uns nicht z, bcninhen. weise Lebepsrcgeln zu finden, die li'iii uiiierer Jugend mit aus den Lebensweg gehen. Verstehen wir es nur, ihr die Lehren der jüdischen Religion einzuprägen und sie anzw Holsen, auch nach ihnen zu lcben^ so haben wir hie Gewißheit, daß sie alle Lebenskämpfe bestehen wird. Dabei ist es ober nicht ausgeschlossen, daß wir dennoch einzelnen allgemeinen Erziehungsi ragen unsere besondere Aiifnierkiamkcit znwenden. Tie besonderer Schwierigkeiten, die der Mensch jüdischen Glaubens im Leben zu besteh >n hat. zwingen uns dazu. Es sei auf die a l l g e m e i n - g e i st i g e 8 u s b i l d u n g hingewiesen, ferner auf die Wege., die wir einsiblagen. um eine körperlich-sittliche Ertüchtigung unserer Mitglieder zu erzielen. Gerade dieses Arbeitsgebiet gewinnt heute immer mehr an Bedeutung. Dir haben lange unter dem Druck hes Schicksals unserer körperlichen Erstarkung wenitz Bmchtung schenket! körnen. Die Folgen sind vielleicht nicht so schlichm. wie vielfach behanp et wird: ober jedenfolls^machen sich Erscheinungen bemerkbar, die ollen Grund geben, das Versäumte nachzuholen. Tie Jug^ndbeivegi ng sucht durch die Förderung des Turnens, des Manderns, des Ruderns unter den Mitgliedern diese auch zu körperlich starken und Widerstandsfähigen Menschen zu erziehen. 2*