Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 6 (10.12.1917)
- Date
- 1917-12-10
- Page
- Seite 176 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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- 176 - Die Aufgaben ber jüdischen Jugenb. Von vr. Kurt Alexander, z. Zt. im Felde. Das Chanukkahfcst ist das Fest der Kinder, es sollte aber das Fest der Jugend sein. Tie Jugend war es. die einstmals das Volk aus den Ketten seiner Bedrücker besreite', sie war es. die die Altäre der Gatz>n niedcrriß. an denen die Feigen und Schwächlinge aus den eigenen Reihen schon verzagend nicderknicten. Und ist es nicht iinnier in der Geichichte des Judentums io gewesen? Vernichtung hat uns dar oft gedroht, aber noch immer fil.den wir in uns selbst die Krast, das Verderben zu überwinden. Wir sagen, es sei der Optimismus, der uns befähige, alle Widerstände zu brechen. Das ist zweifellos richtig. In uns lebt ein glühender Optimismus, der uns nie verzagen lägt. Wir Juden, die wir der Mcsjiashossnung leben, müssen ja auch öu'-ch und durch Vebensbejaher sein. Aber voll wirksam werben können die'? Kräste nur in der Jugend. Standhalten und ausharren ist Sacke des Alters, kämpscn. sortwirkcn mutz die Jugend. Durch ne und :n ihr verjüngt sich unsere Gemeinschaft. Deshalb werden wir io lange mit Ruhe all uniercn Gegnern Front bieten können, als in unserer Jugend der Geist des Judentums, der Geist des Lptimisnn.s, der Geist Ser Lebcnsbejahung wachgehalten wird. Makkabäerzciren! Sie sind wieöergekehrt. Rach Jahren größter Skot folgte das Erwachen, folgte die Erhebung. Wir stehen noch uuttm "lii- Ringen, aber wir vertrauen auf den Ausgang, wir haben unS ui K'ic: Kraft erinnert. UNiere Jugend ist wach! Wir sprechen von den Jahren der großen Rot, und wir denken dabat an die Zeit, in der unter dem surchtbaren Truck, der von außen her auf uns lastete, im Innern Verzweiflung, dumpfe Resignation. Gleichgültigkeit sich breit machte. Fast scheint es, als ob wir alle die Gefahr, in der wir wohl mehrere Jahrzehnte lang geschwebt haben, noch imiucr nicht recht erkannt haben. Aber man male sich nur die Folgen aus, wenn jene Schäden, unter denen nur der Jndifferentismus gegenüber allem, was Judentum heißt, als gefährlichste Wunde besonders hcrvorgehoben werden soll, immer weiter um sich gegriffen hätten! Und dann vergleiche man die heutigen Verhältnisse. Einen Jdealzustand l)aben wir sicherlich noch nicht erreicht; aber wir sehen wenigstens, wie das Jifteresje allüberall hervortritt und wie der Wille zur Mitarbeit immer reger wird. Das allein können wir schon als einen gewaltigen Umschwung bezeichnen. Und wieder beobachten wir die alte Erscheinung. Das Alter rust auf zum Kampf und die Jugend tritt auf den Plan. Ja, so gewaltig ist der Wille zum Judentum, um dessen Fortbestand sich ja letzten Endes allein das Ringen dreht, in ihr, daß sie selbsttätig neben das Alter tritt. Sie wird nicht mehr nur geführt, sondern sie führt selbst. Damit soll aber nicht etwa ein Gegensatz der beiderseitigen Arbeit geschaffen werden, sondern in der Ergänzung des Schaffens beider, in der gegenseitigen Unterstützung liegt die Gewähr des Erfolges. Das erste, was die jüdische Jugend tun mußte, um wirksam dem drohenden Verfall entgegcnarbeiten zu können, war, sich zusammenf