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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-12-10 · 6 (10.12.1917) · p. Seite 171

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
6 (10.12.1917)
Date
1917-12-10
Page
Seite 171 (sequence 11)
Language
German
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I - 171 - Abirrung zu schützen. Ter Idealismus wirk auell aller unserer Tugendwege. Unter diescit möchte ich eine Tugend Wenn ich sie! nMne, so werdet Ihr kennen, wie söhr dringend es an der mahnen, auf döß sie wieder der Lei stern lungen. die öffentlichen, wie die privaten, meine ich. Unlüste hat den Vorzug, als die-fundamentale Tugend im ^älmud undi demzufolge bei unseren Philosophen, wie besonder! bei M a i m o n i d e s , ausgezeichnet zu sein. Allgemein bekannt ist der wunderbare Spruch des Propheten Micha: hat dir gesagt, o Mensch, was gut ist, und was der Ewige von y.x fordert: nichts anderes als N'cht zu iibcn und Wohltun zu lieben und demütig zu wandeln mit deinem Gotte." Tor Satz uns auch zum Grundheute hier hervorhqben. allesamt sogleich er- Zeit ist, an sie zu für alle unsere Handwerde. bat programmatische Alraft. Zuerst kommt schließt sich die Billigkeit. Und sie wird nicht Objektivität, wiü das Recht, sondern als Liebe. Wenn man daS bebräsche Wort Ch c ssed. wie es gewöhn! ch geschieht, mit Liebe das Recht, daran aber >t gefordert in derselben übersetzt, so, würde die Forderung lauten! mü scn: die Liebest.'itigkeit zu lieben. Hier genügt nicht das Tun, die Ucb mg, die Pflege, sondern der Grundquell dieser Tätigkeit, den die Gif Innung, den die Liebe bildet, darf nicht! versiegen: seine unerschöpflicke Lebendigkeit muß geiordert werden.! Nun aber kömmt die Hauptsache viclleichr, derentwegen auch die Anrede „o Mensch" so sehr charakteristisch ift. | Wie hast du^ Mensch, dicli zu Gott zu stellen? Temütig zu wandeln Mit deinem Gotte. So lautet die Forderung. , Das Wort für Temut wird auch gebraucht für Z ü ch t i g - k e i t. Tics ist die erste Forderung ' für dhs Verhältnis des Menschen zu Gott: daß er die Grundfo rderung der Keuschheit nicht verletze, daß er die elementaren Naturbcd ügungcn des Menschen 'ich hüte und verwahre auf das einzige Wesen Gottes zu übertragen. Und wenn erst die Unkeuschheit bewältigt, ist, s» kann auch die andere Bedeutung des Korkes, die wahre Demut in Kraft treten. Es ist nichts als Hochmut, wenn der Mensch eine absolute Erkenntnis von dens Wesen Gottes verlangt, wähnend die Demut ihm die Befriedigung gibs, von Gott zu wissen, was er! zur Begründung und zur Sicherung seines sittlichen Daseins, seines Strcbcns und seines 'Höffens bedarf.! Er darf auch nichts anderes hoffen nls die Verwirklichung der Sittlichkeit auf Erden. Das Heil ist das messianische Heil, das Ziel, der Zweck alles geschichtlichen Daseins der Menschen und der Völker. /„Hast du gehofft auf das Heil?" So wird die Seele nach einem wunderbaren Satze des Talmud gefragt im jenseitigen Gerichte. Ter messidnische Glaube bildet mithin die Probe auf den Wert des Gottesgläubebs. Und endlich ist noch ein Wort in jenem Prophetenfpruche zu beachten: demütig wandeln mit deinem Gotte: so heißt es, nicht vor

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