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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-12-10 · 6 (10.12.1917) · p. Seite 162

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
6 (10.12.1917)
Date
1917-12-10
Page
Seite 162 (sequence 2)
Language
German
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jüdischen Inhalts erhalten haben. Wir verwerten fast u'.icre sämtlichen Mittel dazu, diesem Uebclstand abzuhelfen. Großen Segen würde der stiften, der uns in den Stand setzte, von Zeit zuZeit weitereSondernummernsürdieFeldsoldatenherauszugeben. Indem wir den Kameraden diesen literarischen Gruß senden, halten wir uns verpflichtet, ihnen zu sagen, daß wir bei all unserer Arbeit stets ihrer gedenken. Wir geben pns die größte Mühe, trotz der schwierigen Verhältnisse das stolze Gebäude der Organisation aufrecht zu erhalten, damit sie es bei ihrer Rückkehr unversehrt vorfindcn. Wir bitten, diese Nummer möglichst vielen Kameraden zugänglich zu machen. Auch empfehlen wir. daß solche jüdische Soldaten, die mit unseren Bestrebungen vertraut sind, von Zeit zu Zeit Zusammenkünfte der im Felde stehenden Verbandsmitglieder veranstalten. Die Verbandsleitung ist bereit, derartige Veranstaltungen in jeder Weise durch Rat und Tat zu unterstützen. ■ Verband der jüdischen Jngendvcreine Deutschlands. Di. A l f r e d A p f e l. Di. Erster Vorsitzender. Ehrenar Cora Berliner, nitliche Geschäftsführerin. JUatjntmg bes Alters an die Jugenb. Vom Geheimen Regierungsrat Professor Or. Hermann Cohen. In diesen Tagen feierte der Berliner überein für jüdische Geschichte und Literatur sein fünfundzwanzigjähriges Bestehen. Vor fünfzig Jahren aber schon traten in Berlin jüdische Gelehrte und gelehrte Juden zu einer Vereinigung zusammen, welche alsbald einen öffentlichen Vortragszyklus plante, die damals sogenannten Dienstagsvorlesungcn. aus denen die Montagsvorlcsungen hervolrgingen, welche jetzt noch die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums alljährlich ausschreibt. Damals war es mir vergönnt, am 19. Januar 1869 über „Tie kulturgeschichtliche Bedeutung des Sahbat" vor einem Publikum zu sprechen, unter dem Verthold Auerbach und Johann Jacoby hervorragtcn. Während nun damals schon der Gfdanke vom „praktischen Christentum" aufgetaucht war, obwohl di« Vorläufer der Stöcker- Bewegung selbst auf das soziale Moment irrt Mosaismus aufmerksam geworden waren und gemacht hatten, wae es meiner Jugend beschieden, im Sabbat die Quintessenz des prophetischen Sozialismus zu verkünden und», dadurch mein jüdisches Hochgefühl mit meiner ethisch-politischen Ueberzeugung zu vereinbaren. Es war in unseren politischen Verhältnissen und insbesondere auch in denen unserer Gemeindcverfassung r ollaus begründet, aber es war dennoch ein bedauerlicher Fehler, daß unsere Rabbiner dem Rufe nach dem „praktischen Christentum" nicht mit dem Einspruch begegnen konnten, daß dieses vielmehr das praktisch« Judentum sei, wie der

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