Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-11-01 · 5 (1.11.1917) · p. Seite 153

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
5 (1.11.1917)
Date
1917-11-01
Page
Seite 153 (sequence 25)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4926451-6352295-6352418--1363-4927461
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 153 — ergänzen, hinzuzufügen, zu klären!und zu berichtigen. Nur wer erwas Neues oder Wichtiges mitzuteilen hat. soll sich zun Wort melden. Wer aber etwas zu sagen hat,! er scheue sich nicht, das Wl rt zu ergreifen, weil er sich nicht Redner genug dl nkt.^ Jeder kann schlicht se ne Meinung sagen. Die Form der Diskus wn soll lebhaft und rntere sant, aber nicht aggressiv sein. Partei st reitrgkeiten sind möglich st zu vermeiden, und wo man?twas bekämpfen mutz, weil es verfehlt und ungesund erscheint, da halte man sich vor jeder ätzenden Schärfe fern. Der Rahmen des Vertrages muß streng gewakrt bleiben. Es dürfen keine Fragen herangezogen werden, die nicht im i mit dem Thema stehen. Für glänzende Wendungen Vortragsabend zu schade. Jeder strebe danach, etwa! nur zu geben. Wer im der Diskussion danach strebt, immer recht zu be halten, der gibt den anders! n am wenigsten. Am nützlichsten ist die Diskussion oorgebracht worden ist, m nneren Zusammenhang und Leuchtfeuer ist der S zu nehmen und nicht. da, wo jeder Redner eiive andere Seite des Themas Die Aufgabe des Vontragenden ist dann, alles zeigt. zusammenzufassen, was ild die Fehler zu beseitigen und das Gute hervorzuheben und so den Aden! harmonisch ausklingen zu lassen. Der fruchtbarste Dis! ussionsabend ist der, der i>hne Stürme und ohne schlagende Worte, ohne Rechthaber und ohne Besiegte, schlicht und stimmungsvoll endet und in jrdem angenehme Erinnerungen hinterläßt.! I Schlutz. Wir leben in einer ernsten Zeit, wo die geistige S pbeit durch die äußeren Leiden unseres Volkes unl! durch die seelische Depression ungemein erschwert ist. Aber unsere Väter Haien es stets verstanden, aus» in ernster Zeit für tue' Zukunft zu schaffen. Auch die Not zeigt den Weg zur Höhe. Wir sind es unseren Freunden im Fel >e schuldig, die Arbeit im c lten Geiste fortzusetzen. Dir sind eS der jüdischen Zukunft schuldig, weiter zu bauen und nicht zu verzagen. Die Begeisterung für die hohe Aufgabe muß uns befähigen, alle Hindernisse zu überwinden. Jeder muß auf seinem Posten ausharren und seine Kräfte der Sache der' Gemeinschaft widmen. Das ist die Parole unserer Zeit. Wenn es wehr ist, daß der Diensch in ernsten Verhältnissen früher heranreift,.dann gcht unsere! Jugend heute irr furchtbaren Ernst der Zeiten mit Riesenschritten der Reife entgegen und s e ist dazu berufen, der Zukunft die Wege zu zeigen zum geläuterten Judeiitum und zum wahren Menschentum. i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.