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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-11-01 · 5 (1.11.1917) · p. Seite 146

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
5 (1.11.1917)
Date
1917-11-01
Page
Seite 146 (sequence 18)
Language
German
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— 146 — und Judentum miteinander harmonisch zu verschmelzen. ohne Schablone und ohne Kunstmittel. Deutschtuur ohne Chauvinismus, Judentum ohne Fanatismus und ohne Beibehaltung der im Ghetto erzeugten Schwächen, und sie beide zu einer großen gewaltigen Harmonie auszubilden. Dieses Ideal ist noch nichr ganz erreicht, und an dieser großen Ausgabe mitzuarbeiten, sind wir alle berufen und verpflichtet. Tenn darin liegt die Bürgschaft der Entstehung eines bodenständigen Elementes im besten Sinne dieses Wortes. Deutsch sein heißt nach Karl Jentzsch wahr sein, nicht seine Natur verleugnen, sondern sie vertiefen. Die jüdischen Jugendoereine sollten die Pflanzstätten für eine Reinkultur de» Deutschtums und Judentums werden. l II. Ziel und Richtung der Jugendvereine. Wir müssen uns. frei von allem Praktischen, klar darüber werden, was die jüdischen Jugendoereine sollen. Mag vieles vom erstrebten Ziele durch die engeren Grenzen des Könnens sehr beschränkt werden, das vorschwebende Ideal muß klar, das Ziel sichtbar sein. Das Ideal liegt!m Namen: Jüdischer Jugendverein. Jüdisch sollen diese Vereine sein, in dem Sinne, daß sie sich stolz ohne Scheu und ohne Ueberhebung zur jüdischen Abstammung und zur jüdisch-religiösen Gemeinschaft bekennen. Siesollen ihr Judentum nicht als Zufall, sondern als Grundlage ihres Wesens ansehen. Das Judentum gehört zu ihrem Lebensberuf, zu ihrer inneren Natur. Es gehört ihnen und sie gehören ihm. Sie haben Pflichten gegen das Judentum, sie haben das Erbe ihrer Väter, vertieft und erweitert, zu bewahren und weiter zu vererben. Vor allem haben sie das Judentum zu kennen, zu erkennen und dann zu bekennen. Das ist der Gang einer gesunden geistig-sittlichen Entwicklung. lind das soll und muß im Rahmen des Deutschtums sein. Die jüdische Jugend in Deutschland ist deutsch, nicht nur dem Namen nach. Der deutsche Jude ist durch eine lange Geschichte von Jahrhunderten, durch die - Kultur, in der er lebt, und die in ihm lebt, durch gemeinsame Geschicke, durch teilweise verwandte Anlagen und Eigenschaften deutsch gewor)en. Auch dieses Deutschtum soll in den Jugendvereinen gepflegt werden, nicht als etwas schreiendes. Protzendes, sondern als Selbstverständliches. Die beiden Welten sollen nicht nebeneinander herlaufen., sondern ineinander fließen und einander befruchten und gemeinsame Harmonien erzeugen. Erfaßt man das moderntz jüdische Problem tiefer, dann wird man erkennen, daß cs darin besteht, das moderne Leben mit dem jüdischen Element

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