Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 5 (1.11.1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- Seite 145 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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— 145 rörunblagen und Richtlinien für die größeren jüdischen jugendve^ Winterarbeit der eine. Von Fabius Schach. I. Psychologisches zur Begründung der jüdischen Geselligkeit. Wenn Aristoteles den Menschen als zoon politikon, als Geselligkeit-» tier bezeichnet, so gilt dies doppelt vom Juden. Ducch sein Temperament zur Ausströmung seiner Gefühle veranlagt, durch seine sozialen Instinkte zur Teilnahme am Leben mit all seinen Ausstrahlungen bestimmt, verstärkte sich dies noch durch die lange Leidensgeschicht: seiner Gemeinschaft. Es nahm im Laufe der Entwicklung andere Formen cm, es war lange still und latent und wurde dann häufig zu laut. Das gehört mit zur Psychologie des Ghettos. | Diese Anlage bürgte Glück und Unglück für den Juden im Laufe seines wandelbaren Schicksals. Es wirkt tragisch, daß der meisten verkannt wurde, wi er das Beste geben wollte^ Der gesellige Drang wurde häufig als Zudringlichkeit, als Mangel an!Takt betrachtet. Die. Schwierigkeit bestand in d:r Oekonomie der Gefühle. Die Hauptkunst der Geselligkeit ist ja das Jnnehaltender Wichtigen Distanz., Und dieses Ideal, das nur durch eine lange ruhige Entwicklung ton Generationen zu erlangen ist. konnte bei einem Elemente, dem jode Bebarrlichkeit durch die äußeren Einwirkungen versagt war. nicht erreicht werden. So kam es, daß eine richtige Geselligkeit, die dem Juden so sehr nottat, innerhalb des großen Volkskreises beinahe unmöglich wurde, und man gelangt! so zur Einsicht, daß ditzse natürliche Anlage am besten befriedigt werden kann im eigenen Kreise, weil hier sich kann, ohne Zwang und ohne äußere Hemm- Jude gerade da am alles natürlich auslebeni nisse. Nicht nur um das Jüdische zu pflegen, sondern auch um alles Schöne und Erhabene uns zu eigen zu machen, bedürfen wir des jüdischen Milieus. Besonders für die hcranreifei^de Jugend hängt gar vieles von der Schaffung eines jüdischen Kuttur-Milieus ab. Jüdisches Leben heißt nickt nur das Reich des Judentums sich zu eigen machen, sondern alles in bedeutet eine Bereiche die Schablone, sondern die Segen, und. innerhalb des der Eigenart des Juden fruchtbar machen. DaS rung auch des Deuts!chtums. Denn nicht vielseitige freie Entfaltung ist in der Kultur von großen Kreises des Deutschtums gibt es Raum für viele Nuancen und Eigenarten, die den Rahmen reizvoller gestalten. Das war daS Ideal, das den Führern der jüdisch« Jugend in Deutschland bei der Gründung unseres Verbandes vorschwücke. Deutschtu«