Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 5 (1.11.1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- Seite 141 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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— 141 — Die Assimilanten sucken ferner die gesellschaftsbildende Macht der jüdischen Religionsgemeinschaft einzuschränken. während sie sich zur Frage der Erhaltung der Blutsgemeinschaft nicht stellen. Diese Familiengemeinrust wieder gegenteilige Einflüsse wach, und so verfallen selbst die Assimilanten in den Circulus vitiosus, wenn sie die jüdischen Familienbande erhalten. Die Zusammenhetrat bringt uns wieder sozial, geistig und blutsmäs ig näher (soll ich mein eigenes Fleisch und Blut verraten?). Das jüdische Blut ist wissen aber aus der Natur wenn ein gewisser fremd. jüdische Blut Daß bei Mischehen immer zwar nicht von Ursprung .reinrassig". Wir daß manche Rasse erst recht lebenskräftig wurde, er Einschlag dazu gekommen ist. Jeder Tierzüchter kann auch bestätigen daß eine mäßige Beimengung fremder Arten die spezifische Form seiner Rasse nicht erschüttert. Wie weit nun da« .hochwertiger^ ist als das seiner Umgebung, stelle ich dahin. oder zumeist der jüdische Anteil vorherrscht, ist heute keineswegs restlos er niesen, wenn auch bestimmt nachweislich jüdische Erbgualitäten selbst dem Laien bei den Nachkommen aus Mischehen anffallen und s o sicher jüdisch! Eigenarten vererbt werden. Wer die Menschen nur aus äußeren Einflü sen, aus Milieu. Sprach« und Kultur erklären will, mit dem ist nicht zu rechten. Ihm sind die wertvollen Untersuchungen über Vererbung unbekannte und unbeliebte Gebiete, während die näch-darwinistische Rat irwissenschaft die Wichtigkeit der Vererbung als Gesetz dargetan hat. Wer hundert deutsche Juden rein äußerlich betrachtet hat, wird zugeben müssen, daß hier :in blutsmäßiger Typus horliegt. der^viel Gemeinschaftliches mit Juden trachte sich nur die Bilder Jahrhunderten überliefert Anders ausgedrückt: anderer Länder und früherer Zeiten (man bedie uns von den Juden aus den vorchristlichen sind) aufweist. wir können hundertfache Familienverwandtschaft zwischen den Juden heraiisfinden. In der Ahnenrcihe jedes Juden befindet sich eine mehr od:r minder gleich große Zahl derselben Ahnen. Diese Verwandtschaft zwischen den einzelnen Gliedern ist eine so tatsächliche. daß nur Fanatiker, trelche die Geschichte fälschen und von unglaublichen Vermischungen faseln, den Zusammenhang' des jüdischen Blutes aufheben wollen und ein Blutsband mit der christlichen Umwelt konstruieren, das bisher nur in sehr bescheidenem Maße bestanden hat. Auf den historischen Charakter unserer Gemeinschaft will ich nicht Mehr eingehen. Er hängt mit dem rejn blutsmäßigen und mit den Ausstrahlungen des ReligionsverlmndeS zusammen. Schließen wir asso: Dje deutschen Juden gehören aicht nur einer Religionsorganisation an. deren Bedeutung wir eingangs erwähnten, sie sind auch eine große Familie, deren Beziehungen weit nach dem Osten hinüberreichen. Damit ist eine stark positive Erklärung für ursere Eigenart gegeben. Franz Oppenheimer, dessen-wertvolle Arbeit ich leider nur noch flüchtig in Erinnern»,'