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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-11-01 · 5 (1.11.1917) · p. Seite 132

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
5 (1.11.1917)
Date
1917-11-01
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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— 132 — Werk vollendet da ausgefallen, nicht sichtlicher Gruppierung und Darstellung auch in den Kreisen, die ihren Widerspruch nicht einzudämmen vermochten, so tiefen Eindruck, daß das Erscheinen de - folgenden Bände mit Ungeduld erwartet wurde. In rascher Folge erblickte nun ein Band nach dem andern da? Tageslicht, bis nach 23jähriger Arbeit das elfbändige Monumentaltand. Freilich, nicht alle Bände waren gleichmäßig überall reichte das Material aus, vor allem nicht für die biblische Periode (Band 1 und 2), deren Darstellung überdies durch Graetz' eigenartige Stellung zur Bibelkritik, die er mit halbem Herzen sich zu eigen machte, und durch die Sucht nach überraschenden Deutungen sehr geniindcrt wurde, und ebenso für die neueste Zeit (Band 11), zu deren auch für ihn aktuellen Problemen Graetz mitunter in sehr partciischet Weise Stellung nahm. Gewiß, auch seine ganze Grundauffassung von der jüdischen Geschichte, die er als eine Leidens- und Gelehrtengeschichte anspricht*), ohne den Ge- , samtkomplcx der Kulturgeschichte, namentlich des Wirtschaftslebens zu berücksichtigen, entspricht nicht mehr unserer Betrachtungsweise. Gewiß. die Aburteilung der geistigen Bewegungen, die sich von der geraden Linie des offiziellen Rabbinismus, den er nach dem Hegelschen „vernünftigen Prinzip" allein gelten läßt, entfernen (Mystik, Kabbala. Chassidismus usw.), die vielfache Verkennung und einseitige Beurteilung der Bedeutung der Qstjuden, die er bald als Pioniere de? Deutschtums im Osten, bald als die Inkarnation der Finsternis hinstellt. die fast ausschließliche Benutzung alter Drucke, der Mangel an urkundlichem, vor allem archivarischem Material, über den er oft durch trockene Stosfaneinanderreihung hinweggleitet, die nicht immer unbedingt zuverlässige Anführung von Zitaten und Benutzung fremder Duellen und vieles andere — sind Einwendungen, die nicht mit Unrecht erhoben worden sind. Und doch die Lichtseiten, welche das Lebenswerk H. Graetz' aufzuweisen hat. übern iegen beträchtlich seine Mängel. Er hat nicht nur viele neue Quellen erschlossen, die bekannten heller beleuchtet, mit historischem Ahnuvgsvermögen überraschende Zusammenhänge entdeckt, das jüdische und nichtjüdische Schrifttum geschickt ausgeschöpft, die Gestalten des jüdischen Geschichtsdramas belebt, unzählige Probleme, die er selbst nicht lösen konnte, angeregt, die Leitgedanken der einzelne» 1 Einleitung ,un» IV. Bande

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