Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 4 (10.9.1917)
- Date
- 1917-09-10
- Page
- Seite 124 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 124 — Düsseldorf. Unser« Vereinsarbeit im vergangenen Winter erhielt gleich von vornherein einen starken Antrieb durch die so überaus erfolgreich verlaufene gemeinsame Bezirkstagung des rheinisch-westfälischen und des westdeutschen Bezirksverbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Reiche Anregung empfingen wir für unsere innere Arbeit; groß waren aber auch die Wirkungen nach außen hin. Weile Kreise unserer Gemeinde wurden nachdrücklich auf unsere Bestrebungen und Ziele hingewiesen und veranlaß:, uns ihre, lalkrästige Unterstützung zuzuwenden. Wir oeranstaltetcn folgende, mpist sehr gut besuchte Vorträge: Herr Alfred R o s e n k h a l : „K r i e g s st i m m u n g e n" (Berichte aus dem Feldei. Herr Rabbiner Pr. Eschelbacher: „Misch e he n". Herr Josef Cohen: „Der Charakter des Judentums". Herr F. Leon, Crefeld: „Richard Wagner als Dramatiker". Frl. Lilli Drein: „Besprechung zum „Fa u st". Frl. A. Seelmann, Aachen: „Bi orris Roscnfel d". £>crr Rabbiner Dr. Samuel, Essen: „Tc-r Einfluß des K.rieges aus das jüdische Bewußt sei n". Herr l >r. E s ch w e g e . Hamborn: „Immanuel aus Rom, genannt der Heine des Mittelalter s". Herr Moritz David: „W elchcs sind die n ot wendig st en Vorbedingungen zur Begründung e i n c s k a u f m ä n n i s ch c n Geschäfte s". Herr Rabbiner Pr. Schüfran : „T i e Stellung des Psalmbuches zu Krieg und Friede n". Außerdem hatten wir zwei R e z i r a t i o n s a b e n d e, veranstaltet von den Damen Lenke Mayer und Eva Keßler vom hiesigen Schauspielbaus. Während des Cbanukkahfcstcs haben wir einen geselligen Abend veranstaltet. an dem eine Verlosung zugunsten unserer Feldpostkasse stattfand. Abwechselnd mit den Vorträgen fanden Spielabende und. gesellige Zusammenkünfte für unsere Mitglieder statt, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Im Sommer kamen wir häufiger in einer de^ hübsch gelegene» Gartenwirtschaften im Hosgartcn zusammen oder unternahmen mit en.ein der schmucken Rheindampfer Abendfahrten. Einer regen Beteiligung erfreuten sich vor allem die Veranstaltungen unserer W a wd e r g r u p p e , die ziemlich regelmäßig Sommer und Winter hindurch jeden zweiten Sonntag viele unserer Mitglieder hinaus in du' Rbcinebcne oder in die Wälder des bergischen Landes führten. Solche Fahrten boten uns bisweilen die willkommene Gelegenheit, mit den Vereinen benaciwartcr Städte, wie Essen, Lberhausen, Crefeld, zusammenzutressen. Von unseren Mitgliedern stehen nunmehr annähernd hundert im Heer, sdienstc. Wir waren mit. Erfolg bestrebt, ihren Zusammenhang mit unserem Vereinsleben lebendig zu erhalten. Wir schickten ihnen die Mitteilungen unseres Verbandes ins Feld, unterrichteten sie fortlaufend über die Ereignisse in unserem Verein -und versahen sie von Zeit zu Zeit mit Liebesgaben. Mit den meisten von ihnen standen wir in regem Briefrvechsel, während einzelne uns keinerlei Nachricht zukommcn ließen. Wir bitten an dieser Stelle alle unsere Mitglieder, uns von Zeit zu Z e : t ei n L e b e n s z c i ch e n z u..'g eben und uns über ihre Feldp o st re i f c z u unterrichten, da mit mirihnendieZeitung r e g e l ni ä ß i g z u g c b c n lassen k ö n n c n. Die in den hiesigen Lazaretten untergebrachtcn Verwundeten wurden von uns, besucht und. soweit dies möglich war, zu unseren Veranstaltungen «ingeladen. In der Berichlszeir ist endlich ein Ziel erreicht worden, das wir schon seit langen Jahren angestrebt harten: die Sch crffung eines eigenen