Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 4 (10.9.1917)
- Date
- 1917-09-10
- Page
- Seite 115 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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— 115 — ugenboereine. entstanden sind, die ich glauben,an e und seist Kön - Lin wintei'pl'ogl'amm für kleine Die kleineren Jugendvereine haben naturxemäb durch de^i Krieg am meisten gelitten. Viele Mitglieder kämpfen im Felde den Kampf für das Vaterland, und viele, die zu Hause klieben, sind entmutigt und fürchten, die Aufgabe weiter zu führen. Und doch wäre, es gänzlich verfehlt-, die Arbeit der Jugendvereine gerade in diesen kleinen Städten ruhen zu lassen. Gewiß, wir haben jetzt in Deutsch, land schwere Zeiten, und auch die Jugend hat fiel zu ertragen. Aber unsere Väter brachten dem jüdischen Ideale ichch ganz andere Opfer als wir, ohne zu klagen und ohne in ihrer Art eit zu erlahmen. Ge rade in den schlimmsten Zeiten müssen wir glauben und uns an die Kraft der Seele klaistmern. Wer die Ge schichte des Judentums kennt, der weiß, daß häpfig in den traurigsten Zeiten die hervorragendsten geistigen Werke einen Ewigkeitsgehalt in sich tragen. A n s die Notwendigkeit seiner Aufgab neu, das ist das Rätsel der inneren Stärke. Für die Jugend arbeiten, heißt für die Zukunft schaffen, über alle Miseren der Gegenwart hin-.- wegsehen und an eine lichtere Zukunft glauben. Diese kleinen Jugendvereine liegen uns sehr ani Herzen, weil sie der Anregung und der Erfrischung in allgemein geistigen und jüdischen Dingen am meisten bedürfen. Aber arch wir bedürfen ihrer, Tenn diese kleineren Jugendvereine in kleinen Städten bilden das bodenständig st e Element der deutschen Judcnheit, das zu erhalten unsere Aufgabe sein muß. Wenn die unselige Landflucht aufhören soll, dann muß dafür gesorgt werden, daß die Klein- ^städter sich in ihrem natürlichen Milieu wohlfuhlen und auch geistig nichts entbehren. Wir wollen ihnen gern helfssn, aber seelisch kann man nur dem helfen, der sich selber hilft, ^s gilt dahcir, den Gei st und den Willen zu stärken. Allgemeines. Das Vereinsleben darf nirgends aufhören. Wo auch nur 4 bis 5 männliche Mitglieder geblieben sind, müssen fii danach streben, sich durch jüngere Leute und durch die Damen zu verstärken und in gewissen Zeitabständen regelmäßige Vereinssitzungtzn abzuhalten. Man glaube ja nicht, daß es Paraderedner sein müssen, die die Vereinsabende ausfüllen. Es geht auch mit schlichten Rednern, ja, zur Not, auch ganz ohne Redner. .