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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-09-10 · 4 (10.9.1917) · p. Seite 114

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
4 (10.9.1917)
Date
1917-09-10
Page
Seite 114 (sequence 18)
Language
German
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— 114 — k ü n.f t i g e W e l t k u l t u r" in ihrem tiefsten Wesen deutsch sein wird, daß Deutschland in Zukunft mehr noch als bisher die Mission haben wifd, Herz und Zentrum unserer Weltkultur zu sein. (N. Goldmann „Von der weltkulturellen Bedeutung und Ausgabe des Judentums".) Unsere Ausgabe kann und soll natürlich nicht sein, deutschem Chauvinismus Vorschub zu leisten. „Befleißigen wir uns, in wohldurchdachtem Schassen durch Berufene zeigen zu lassen, was wahrhast deutsches Wesen ist, wie cs in den Werken der deutschen Philosophie und im Handeln der deutschen Volksmassen, der Betätigung ihrer Psychologie seinen Niederschlag gefunden hat und stündlich immer wtedex siindet. Laßt uns dann zweitens mit Unklarheiten reinen Tisch inachen, die täglich von jedem einzelnen von uns im Munde gj führt werden gteich fetsensesten geistigen Errungenschaften. Iw nteine da den heillosen Unfug, der getrieben wird, indem mit den Worten Nation, national, nationalistisch, völkisch, Assimilation, mit den Vorstellungen vom Staat, dessen Pflichten gegen uns und unseren Verpflichtungen gegen ihn förmlich Fangball gespielt wird, wobei aber sehr viele etwa» (Grundverschiedenes sich darunter vorstellen, die allerwenigsten überhaupt ahnen, wie schwierig begrifflich und in der Praxis des Weltgeschehens sich mit diesen Ausdrücken arbeiten läßt. Ich denke mir die Bewältigung dieser nnscrcr Ausgabe dergestalt, daß zunächst einmal unsere reiferen Bundesbrüder, vor allem also die Jugendsührer,, sich in Aussprachen ohne Scheuklappen und in Kursen diese Kapitel der Staatslehre gründlichst durcharbeiten. Danach müssen-wir nur um der Erkenntnis willen und aus keiner anderen Tendenz heraus über alle diese Fragen unsere Jugend zum Nachdenken und Miterleben anspornen. Hier genügen erst recht keine flüchtigen Einzelvorträge, sondern gründlich vorbereitete Kursediese Lehrgänge wie albe anderen in diesen Ausführungen für nötig erklärten müssen - mit jedem Jahre, wenn.zweckmäßig alle Halbjahre, wiederholt werde». Dadurch werden Lernende und Lehrende mit jedem Male besser aut den verschlungenen Pfaden Bescheid wissen. Es ist der Sache nack, also nichts Neues, was wir im Vorstehenden fordern. Aber aus dem seither fast überall (Geübten sollen die kcimkräftigcn Kerne aufs feinste herausgeschält und in das helle Licht der drei großen Gedanken gestellt werden, Judentum, sittliches Menschentum und Deutschtum. Und da der Kampf um Ideale stets mit Feuereifer, mit Begeisterung verquickt ist, so kann cs unserer Bewegung an der Freude schönem Götterfunken nie fehlen. So wird unser jüdisck)er Jugendverband austbeste die Ausgaben jeder Jugendorganisation und der jüdischen zumal lösen, — zu erziehen, d. h. fortznbilden und gleichzeitig zu befreien, zu erheitern, erheben.

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