Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 4 (10.9.1917)
- Date
- 1917-09-10
- Page
- Seite 113 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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— 113 — regung droht. Die zu Hause waren bisher meist so rasch fertig mit ihrer Selbsteinschätzung bei dieser schicksalsbetonten Entscheidung. Sie nannten sich entweder deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens oder auch „jüdischer Konfession", betrachteten sich politisch und kulturell als Deutsche, der Religion und Weltanschauung nach als Juden, oder aber sie bezeichneten sich als in Deutschland beheimatete „National juden", die der Heinrat gegenüber auch ideelle, nicht nur materiell«; Verpflichtungen usw., auch natürlich die der Verteidigung mit dem eigenen Gut und Blut, hättep, im übrigen kulturell nur Schuldner der „jüdischen Nation" seien. Die daheim sind bei flüchtiger Betrachtung fast zu beneiden, aber ich glaube doch, mich für sie wird bcstd das Stündlein schlagen, wo sie innerlich erstmasw epentuell erneut zu dem aufgeworfenen Problem gründlicher Stellung nehmen müssen, wenn erst im Frieden die Welt, national ftö :fi:r denn je betont, ihr neues Gesicht zeigen wird. Wärum die draußen wohl vielfach so schwer zu einer sie beruhigenden, befriedigenden Lisi mg in Harmonie gelangen? Sie hören auf der einen Seite, laß man sie in großen Kreisen des christlichen Deutschland nur noch als nicht vollwertige Deutsche ansieht, nur weil sie Juden sind; sie hören dies aus Aeußerungen vorurteilbehafteter, mitunter auch. nur roher Kameraden und Vorgesetzten, vernahmen es sihmcrzhaft gleich dem drohenden Einschlag schwersten Kalibers aus l er I u d e n z ä'h l u n g (mag man diese nun als böswillig gemeint nur ungesackt ausfassen); sie vernahmen es, halb empört, halb belustigt neuerdings aus ■ den Aeußerungen des deutschen Hochschullehrers! Prof. Schnioller. Unsere Feldgrauen vernehmen schließlich auch! noch allwöchentlich die ihren, deutschen Fühlen geltenden Unkenrufe im Rauschen des nationaljüdischen Blätterwaldes. Und doch stehen unsere jüdischen Feldgrauen andererseits so mit ihrem ganzen Sinn im Zauberbanne der gewaltigen Gefühle und Gedanken, die ouß unserem Heere die eherne Mauer, die unüberwindliche Heldenschaar macht', sie gehören zu dem einheitlichen Körper, durch den ein gleicher Herzschlag gleich befeuerndes Blut treibt, sind nicht nur nft ihren Leibern, mit. ihren kühl wägenden Gedanken Krieger, glauben sich nicht nur der engeren Heimat zu selbstaufopferndem Danke verpflichtet, nein, sie jubeln gleich den anderen über jode neue Genietat deutscher Führerschaft, über jeden Fortschritt deutscher Technik,;i&er die Taten unserer U-Boote, sie jauchzen über jeden neuen Sieg wutscher konzeytrierter Kraft gegenüber den zersplittert ansetzenden M ächten unserer Feinde, kurzum: sie fühlen stolz als Deutsche für das gewaltige deutsche Vaterland. Daß sie so in Zukunft nicht nur stolz, sondern auch frei und froh empfinden, sich von einer gewissen beengenden Ver, schämtheit erlöst fühlen dürfen, das läßt uns' im. Verbände wirken, Ihr Freunde! Wir werden damit zugleich auch allen denen zu Dank, arbeiten, die als innerlich überzeugt« „Nationaljuden" gleich dem Zweifler Nachum Goldmann davon durchdrungen sind, daß „die