Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 4 (10.9.1917)
- Date
- 1917-09-10
- Page
- Seite 109 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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— 109 — Geschlechtsleben aus innerer Angst, wagen es nicht, ihren schauungen auch nur gesprächl weniger schneidig zu scheinen, s nicht etwa meiner Phantasie hic bildner mußte ich manchem Courage zum eigenen Mute muß vor allem ein Wandel Schein schlüpfriger Sexually dern damit auch Schwächlingk, sittlich Fehlende eine Steifung! I» Auslegung unserer Weisen nie jt das Volk Israels vor dem bösen Wil len Balaks bewahrte, — daß wir besser, reinm, sittlich tüchtiger als unsere Umgebung seien. Hat doch, um nur e n betrübliches Beispiel zu sagen, die Zahl der une!>elichen Kinder jüdischer Mädchen — vor 15 Jahren noch etwas kaum Lenkbares — in den letzten 1 y2 Dezennien bedenklich zugenommen. D< nun stets die Minorität im Lande, also in unserem Falle wir Judei, )ie öffentliches imerksamkeit erregt, so werden ihre Taten als spezifische Vergehen angekreidet, die von der Majorität in genau dem g eichen Ausmaße, rur unauffälliger unh deshalb ungestraft, begangen werden. Von da bis zur Aufstellung des Verdammungsurteils, geschlechtliche Verfehlungen von Juden ent sprängen eiper laxeren Geschlechtsmoral unseres Volkes, ist ein kleiner, nicht weiter verwunderlicher Schritt. Daß wir es hier nicht nur mit böswilligen Entstellungen unserer Feinde, wie auch mit Verkennung durch sonst geachtete Männer zu tun haben, konnte ich erst kürz lich im angeregten Gespräche mit einem vortrefflichen katholischen Feldgeistlichen feststelfen. Er nieinte, der weniger sittenstrenge jüdische Geist werde doch vor!allem dadurch offenbar, da,ß in^den Werken namhafter Literaten jüdischen Gebt ites gerade aus neuerer Zeit die Erotik sich unangenehm breitmache Solch übler Schein ist unschwer zu widerlegen, soweit er dem Deaken und Empfinden der jüdischen Massen angeheftet werden soll. Aber wir alle tragest doch Schuld daran, wenn man auf nichtjüdischer Seite nicht weiß, daß auch heute noch im Verhältnis gleich große Kreise der jüdischen Äesellschaft sich Sittenstrenge, höchstes sittliches Vera rtwortlichkeitsgeflihl unverbrüchlich gewahrt haben. Während nämlih bei allen anderen Volksgemeinschaften Scharen junger Menscher fich dessen vernehmlich rühmen, daß sie' durch äußeres oder nur inneres Gelöbnis sich stnd anderen Reinheit bis zur Ehe zugesagt haben, n issen wir bei unseren Jungen just das Gegenteil beklagen! Jüdische Jünglinge mit dem einwandfreiesten lleberzeugung, nicht etwa aus feiger Altersgenossen ihre gefestigten Anweise zu bekennen, weil sie fürchten, ch lächerlich zu machen. Ich lass! hier Zügel schießen; als Arzt und Jugendtorzüglichen jungen Juden ers^ die der edlen Ueberzstugung wecken. Hier l insetzen, damit nicht nur der düstere oral von uns genommen wird, fonnur aus dem Hrrdeninstistkte heraus, ihres Rückgrats, ihres Willens zum