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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-09-10 · 4 (10.9.1917) · p. Seite 105

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
4 (10.9.1917)
Date
1917-09-10
Page
Seite 105 (sequence 9)
Language
German
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- 105 — Es mag dem Außenstehenden sonderbar, ja geradezu tragisch er scheinen, daß im „Volk der muß, unserer Jugend zw Religion" die Forderung lauf werden religiösem Erleben zu verhelfen. Doch wir wollen nichts beschönigen, sind uns auch keiner Uebertveibung bewußt, wenn wir behaupten, daß es um das religiöse Empfinunserer jüdischen Jugend in unseren Tagen gar heipt der nationaljüdischen Sache keinen eine weitesten Kreisen bekannte Tatden der Masse traurig bestellt ist. Es Schimpf antun, sondern nur sache feschalten, wenn ich faxe, daß sich in den Reihen dieser Bewegung zahlreiche, geradezu die sich an das „Bekenntnis reiche aus jungjüdischer Feder unserer romantisch gerichteten enthalte mich jeder Kritik am tums, weiß mich aber mit so religiösen Verinnerlichung bei folge ayfzuweisen hat. Leider ntellektuelle junge Elemente befinden, zum nationalen Judentum wie an einen Rettungsring anklammirn, da ihnen daß zum religiösen abhanden kam. Ich habe hier draußen manches,Geist- und Stimmungsgelesen, aber ich suchte vergebens nach den Gottsuchern, den Himmelstürmern, die doch in anderen Lagern Gegenwartsliteratur keine seltene Erscheinung sind. Der eine Max Brod bildet eine Ausnahme. Ich System des bewußt liberalen Judenzahllosen jüdischen Liberalen einig in der Erkenntnis, daß diese Richtung im Judentum hinsichtlich der ihren Anhängern nur Ansätze im Ermuß sich aber auch der konservativ gerichtete Teil der deutschen Jud mheit nur zu oft eingestehen, daß viele seiner Pekenner mit ihrer Religiosität in Aeußerlchkeiten erstarren. Wäre eö sonst erklärlich, daß Söhne und Töchter von Talmudgelehrten, vors streng frommen Vätern und Müttern sich der Freigeisterei rühmte«^, sich ruhigen Blutes za Mischehen entschließen? Wäre es anders als nur bei äußerlichem Neben religiöser Bräuche verständlich,' wenn jygenannte „orthodoxe" Juden in ihrem bürgerlichen Leben gegenüber den Geboten von Recht und Sitte gar nicht so selten schon versagt habenl Aber können wir denn dem Mangel an religiösem Empfinden abhelfen? Heißt cs nicht einen nutzlosen Sturmlauf wider die Natsir unternehmen, wenn wir verkümmerte. Gefühle steigern wollen?! Freilich, wenn wir i ns jungen Menschen gegenüber sehen, denen jede religiöse Neigung abgeht, denen das Organ für religiöses Fühlen fehlt oder höchlichst verzimmert ist, dann wäre unser Mühen vergeblich. Und solche, im üb rigen ganz vortreffliche Naturen, gibt es ohne Zweifel. Allein es sind doch seltene Ausnahmeerscheinungen, fast nur am Kreise unserer Int ellektuellen zu finden, auch da in verjckstvindender Zahl. Die große Rasse unserer Jugend, der männlichen wie der weiblichen, ist in dem Bewußtsein des Uebersinnlichen und . e. I.

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