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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-09-10 · 4 (10.9.1917) · p. Seite 101

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
4 (10.9.1917)
Date
1917-09-10
Page
Seite 101 (sequence 5)
Language
German
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101 — Zukunftsmusik. I Von Dr. Gustav Löffler, Frankfurt a. 2)L z. Zt. im Felde. Es war in den eisten Dezembertagen des Vorjahres, als wir unser vier, der Verbandsvörsitzende und noch! drei treue Anhänger unserer jüdischen - Jugendbewegung, uns in einem behaglich' durchwärmten Hotelzimmer sFrankfurts zusammenfanden, um unsere Gedanken über den gegen» ärtigen Stand und zukünftige Aufgaben des Verbandes auszutauscheu und in gegenseitiger strenger Kritik auf ihren Wert zu erproben. Was sich aus längerer Aussprache schließlich herauskristallisierte, fant dann in einem größeren Kreise namhafter Frauen und Männer de : ehrwürdigen jüdischen Gemeinde frohe Zu- .stimmung. Nicht ganz so behaglich wie damals ist der Raum, .von dem aus meine Gedankm sich heute auf die heilige Sache unserer Jugend lenken. Fern vc n den Stätten unserer westlichen Kultur hat mich der Ruf ei nies militärischen Vorgesetzten keschieden, weitab von den Freunden, diie auf dem Gebiete der Jugendpflege von gleichen Idealen erfüllt sifrd. Aller gleich blieb die Begeisterung für unsere herrliche Aufgabe,! gleich auch die Anschauungen über die zu ihrer Erfüllung einzuschlagendep Wege. Manches habe ich seit jenem Tezemberabend erleht, was in meinem Auge ditz Pflichten des Verbandes noch schärfbr umr ssen erscheinen ließ, manches auch, was mich wie eine Bestätigung der Richtigkeit des damals Gejagten anmutete. Wenn ich nurt heute-im Rahmen unserer „Ällitteilungen" zu ünseren Bundesfreunden vin dem rede, was nach unserer damaligen Uebcrzeugung für! die we tere gedeihliche Entwicklung des Verbandes nottut, so geschieht dies nur zum kleinsten Teile deshalb, weil die zusammenfassende Wieder;at>e des damals Erörterten durch mich der Abrede entspricht. Viel» ehr komme ich einem!längst gehegten, Bedürfnis nach, wenn ich z rr großen Masse unserer Freunde von Gedanken, nein, von Pflichen spreche, deren Erfüllung nicht nür für unseren Verband, sondern für jeden einzelnen unsere unseren Jüngern geradezu ein^ Lebensfrage sein dürfte. Ich glaube, jetzt um so eher zu diesen Dingen Stellung nehmen zu dürfen,! als ich, abseits vonden gewöhnlichen bürgerlichen Verhältnissen, weitab vom zersetzenden und blendenden Parteigctriebe innerhalb der deutschen GrenZpfähle die erforderliche „Distanz ' habe, um örtlich frei von Haß und Liebe urteilen zu können. Unser Verband betrochtet es seit Anbeginn als eine seiner vor», nehmsten, wenn nicht gar die Hauptaufgabe, die jüdische Jugend unterschiedlichster religiöser, politischer und sozialer Schichten [unter seinem Banner zu einen. Organisation war ihm Selbstzweck. Auch

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