Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 3 (1.7.1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- Seite 92 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 92 — üerbanbs-Nachrichten Aus unferen Pereinen. Bad Kreuznach. Das Jahr 1916 brachte trotz des weiter tobenden Krieges die vollständiK Reorganisation unseres Vereins. Unsere statutengemäße Generalversammlung konnte stattfinden und die Vorstandsämter wurden wieder vollständig besetzt. Durch rege Propaganda erreichten wir die für uns recht stattliche Anzahl von rund 100 Mitgliedern, davon sind 49 weiblich und 51 männlich. Von unfern männlichen Mitgliedern stehen 20 im Heeresdienst. Eine Anzahl der weiblichen Mitglieder hat sich schon seit Beginn des Krieges der Kriegsfürsorge zur Verfügung gestellt. Während in dem wicdercrweckrcn Verein die allwöchentlichen Zusammenkünfte anfangs mehr' gemütlicher, zwangloser Art waren, erhielten sie später wieder ibre frühere Form und den damit verbundenen Bildungszweck. S^fanöcn folgende Vorträge statt: Herr Assistenzarzt vr. Klauber: „Meine- Erlebnis,se auf dem östlichen und westlichen K r i c g s s ch a u p l a tz es'; Herr Gymnasiallehrer Geib: „Unsere Eiszeit" (der Vortragendie veranschaulichte seine Ausführungen durch Lichtbilder); Rabbiner vr. Tawrogi: „Kriegsführung im alten Israel". An den Vartrag schloß sich eine Diskussion über die ethischen Werte des Krieges an.! Außerdem hielten einige unserer jüngeren Mitglieder Vorträge aus vier jüdischen Geschichte. Wir veranstalteten ferner einen Rezitationsabend i des Herrn Hofschauspielers Mayer-Varcna, einem jüdischen Soldaten ausfeinem der hiesigen Lazarette, einen Novellenabend des Herrn enncl. meä. Landau, und zu Simchas-Tora ebenfalls einen Rezitationsabend des Herrn Hoischauspielers Palm, der auch hier im Lazarett war. Die übrigen Vcreinsübcnde füllten wir mit Vorlesungen und' Diskussionen aus. die meistens jüdische Tagcsfragcn berührten. Unter anderem lasen und besprachen wir mit Herrn Rabbiner vr. Tawrogi einige Abschnitte aus dem Buche von Professor Hermann Cohen „Deutschtum und Judentum". Wir beschäftigten uns aucb mit deutschen Klassikerwerken, die wir^ mir verteilten Rollen lasen. Zu Chanukkah veranstalteten wir einen musikalisch-deklamatorischen Abend. Unsere im Felde stehenden Mitglieder sowie die in den hiesigen Lazaretten meilcndcn jüdische» Krieger bedachten wir mit Chanukkah-Licbesgabcn. Die jüdischen Krieger von der hiesigen Garnison und aus den Lazarstlcn ^fanden bei unfern Veranüaltungcn gastliche Aufnahme. Troirdcm der Krieg dem Wandern immer mehr Hindernisse entgegenstellt, war und ist unser Wanderausschuß noch in Tätigkeit. Seit April werden fast alle 14 Tage kleine Wanderungen in die nähere Umgebung veranstaltet. die j sich meist zahlreicher Beteiligung erfreuen. Rordhauscn. Trotzdem der Verein der weiblichen jüdischen Jugend in Nordhausen seit Ausbruch des Krieges den gewohnten Beistand des Brudervereins „Moses Mendelssohn" und jede Beziehung zu benachbarten Jugcnöverc-.ncn entbehren niilßte, hat er seine Tagungen regelmäßig — faft wie in den frühcrln Jahren — abgehaltcn. Vorträge, die wir zum großen Teil Mitgliedern des Vereins zu danken hatten, gaben vielerlei Anregung r^id wurden gut besucht. Es wurde in den drei Krregsjahrcn 1914 bis 1917 über folgende Themen gesprochen: .TerKrieginderBibe l".; „Die Apokryphen"; „Ter Krieg unddas Völkerrecht"; „Der Krieg und die polnischen Juden"; „KriegSernährungs-