Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 3 (1.7.1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- Seite 93 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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— 93 — fragen"; «Der Krieg und die Religion"; .Erziehung im Volke Israel nach Bibel und Talmud"; »E-iniges über die Ostjudenfrag""; .Das Frauendienstjahr"; »Die Ethik des jü-dischen Rechtes"; »Der Antisemitismus und seine Bekämpfung"; »Jüdisches im Christentum"; »Die Berufswahl der deutschen Juden". Außer,diesen Vortragsabenden können wir auf mehrere recht wohlgelungene Leseabende zurückblicken: eS wurde aus dem Kriegst igebuch eines jüdischen Soldaten, an einem anderen Abend aus Briefen des Leutnants Sender, an einem dritten aus jüdischer Literatur vorgelesen, Ferner wurden an einigen Vereinsabenden aktuelle Fragen erörtert. Auf unsere alljährlichen Chanukkahfeiern und Scderabende können wir mit doppelt:! Freude zuriickblicken wegen des warmen DqnkeS und der Anerkennung, die uns unsere zahlreichen feldgrauen Gäste dafür aussprachen. Ein UntechaltungSabend zum Besten der Kriegsfürsorge erbrachte uns einen Ijleberschuß von 150 Mark, ben, wir dem Roten Kreuz zu» fuhrten. Außerdem beteiligt« sich der Verein an der Kriegsspende Deutscher Frau-:ndank 1915. , Durch Liebesgaben, Karten- und Briefwechsel stehen wir mit unseren sich im Felde befindenden Brüdern des Moses Mendelssohn-Vereins in ständiger Fühlung; während die wenigen noch in der Heimat weilenden Mitglieder bei den Vereinssitzungen unsere Gäste sind. Aus Büchern, di« dem Verein zum Geschenk gemacht wurden, konnte im vergangenen Jahre der Grundstock zu einer eigenen Bibliothek gelegt werden. Wir blicken mit nicht geringem Stolz auf unsere Arbeit während des Krieges, und voller Zuversicht an die hoffentlich nicht zu ferste Zeit nach dem Kriege, in der auch der Moses Mendelssohn-Verein seine Arbeit wieder aufnehmen kann. Gemeinsame Tätigkeit soll dann zu noch besseren Erfolgen führe". - E. 8- Halle n. S-, 7. Juni 1917. Der Hallesche Jugendverein »Berthold Äuev- , bach", der mit Kriegsausbruch seine Tätigkeit eingestellt hatte, tritt jetzt wieder an seine Mitglieder heran. Durch zahlreiche Einberufungen, auch von Vorstandsmitgliedern, war es nicht möglich, die Friedensarbcit des Vereins »uch während des Krieges fortzusetzen. Es hat sich jetzt jedoch aus den Reihen der Mitglieder ein ILgliedriger Arbeitsausschuß unter Vorsitz deL Herrn Zahnarzt Hirsch zusammengcfundcn, der mit einem Rundschreiben an die Vereinsmitglieder herangetreten ist. Es wird beabsichtigt, eine genaue Statistik aufzustellen, wieviele Mitgliedes: im Felde stehen, Auszeichnungen erhalten und Verwundungen erlitten! haben. Ferner wird beabsichtigt, wie dies bereits zu Anfang des Krieges geschehen ist, von Zeit zu Zeit Liebesgaben hinauszuschicken und das Interesse der Mitglijeder für den Verein durch regelmäßige Ucbcrsendung der Verbandszeitschrift "zu festigen. | Im Herbst soll dann in altbewährter Weise die ordentliche Verbandsarbeit durch Veranstaltung von Vorträgen wieder ausgenommen werden,, für welche namhafte Gelehrte, Schriftsteller und Künstler bereits gewonnen sind, bezw. ihre Mitwirkung in Aussicht gestellt haben, so daß auf eine ersprießliche Tätigkeit, hoffentlich 'dann schon im Frieden, mit Sicherheit gerechnet werden darf.