Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 3 (1.7.1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- Seite 87 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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— 87 — Nach Kriegsausbruch stöckle im I. J.-B. X. fufuri die gesamte Tätigkeit. Eia großer Teil der männlichen Mitglieder eilte freiwillig zu den Fahnep> > ein anderer Teil wurde eingezogen und ein Rest sah der Einberufung noch , entgegen. Was Wunder, daß un I. J.-B. die Arbeit eingestellt werden : mutzte Nach wenigen Tagen sahen wir aber schon, daß dieser Zustand ein unhaltbarer war, sollte nicht alles, was wjr in den letzten Jahren errungen bauen, verloren gehen. Aus einer schleunigst zusammenberufcnen Vorstandssiyung wurde beschlossen, den I, J.-B. den veränderten Zciivtrhältnissen cirtspiecheno. umzugestaltcn und unsere Tätigkeit, allerdings mjt gewissen Euschränknngen, wieder-auszunehmen. Wir sagten uns, daß die Arbcib .üben Mitglieder liegen müsse. Bon diesen Erivügungcn ausgehend, gründeten mir unter Leitung einiger älterer weiblicher Mitglieder unsere M ädchcngrupp c. Äehnliche Gesichtspunkte waren maßgebend für di-e Gründung der I u n g in a n n s ch a f t und später für die Bildung der Schüler-Wandergruppe. ' Als einer^ der vornehmsten und wichtigsten Aufgaben betrachteten ivir Sie Aufrechterhast fing des Verkehrs mit den im Miiiiärvcrhältuis slehcnden Mitgliedern. Zu Diesem Zwecke schafften wir eine F e l d p o st st e l l e, Seren Leitung w:c unseren Mädels übergaben, die die Sache in großzügigster Weise .rgauisierten uns! in Stand hielten. Wir verschafften uns teils von den 5oefs, teils von den Angehörigen unserer Feldgrauen die Feldadressen, soveil sie uns pon den ' Mitgliedern nicht selbst aufgcgebcn worden waren. N't den Verlegern einiger jüdischer Zeirschristcii schlosse» wir Verträge aus Ibedeutend ermäßigte Lieferung der belreffendcn jüdischen Zeitschriften, rinigc jüdische Zeitschriften wurden uns außerdcin von den Herausgebern egclmüßig kostenlos zur Verfügung gestellt. So kam cS. daß wir schon, in Ser ritten KriegSwochr unseren noch heute tadellos funktionierenden Zeitung si e n st aufnehmcn konnten. Tausende von jüdischen Zeitschriften haben str auf diese Weise unseren Freunden und Mitgliedern ins Feld sende:! bi.iicn. Als der Verband im zweiten Kriegsjahr die Verbandsiiiuleilufi.ie:-.. Wieder herausgäb, sandten wir auch diese, genau so wie die Mitteilungen i- J.-B., die wir von Zeit zu Zeit Häven erscheinen lassen, regelmäßig ins eld. Sie haben große Freude erregt und zur Festigung des Verhältnisses' vischen den I. J.-lB.ern in der Heimat und denen,im Felde viel beigeirageu. e ls das Bedürfnis nach geistiger Kost bei der langen Tauer des Kriege? , :ger wurde, stellten wir auch unsere Bücherei in den Tienjt der Feldpoststelle.! Geistige Kost allein tat es cchcr nicht. Wir wußten wohl, welchen Enthrungcn unsere Feldgrauen ausgesetzl waren, und bemühten uns, ihnen s öfteren Liebesgabenpakete hinauszusendcn. Zu jedem 2er jlidiscf>c» Feste gingen unsere Liebesgaben hinaus. Jedem Paket war'ein Aru," :gelegt, aus denk. unsere Freunde unser Interesse für ihr Wohlergehen ersehen konnten. Aber'wir bemühten uns, nicht nur unsere Mitglieder zu. lursorgcn. sondern waren auch'auf das Wohl sämtlicher bedürftiger südlicher oldaten aus 3E. bedacht. Wir versorgten auch diese regelmäßig mit unsere!! Grben, wenn wir wußten, daß von anderer Seite ihnen keinerlei Spende:: während des Krieges zum größten Teil auf den Schultern unserer Weib» zu gingen. Bald reichten unsere Mittel nicht mehr aus, um die zahlreichen Liebesgaben hinaussenden zu können. Um unsere uneigennützige'Tätigkeit.