Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 3 (1.7.1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- Seite 81 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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— 81 — dessen Lande sie lebt, oder richtiger, von dem sie ei a Teil ist, wird und muß, gleichsam auf Grund einetz Naturgesetzes, jm Laufe der Zeit immer stärker werden, immer mehr die jüdischen Massen und in - ihnen immer mehr den einzelnen durchdringen. Erblickt man also in den vorgenannten Erscheinungen im Leben der Juden die Ursache der Häufigkeit der! Mischehen unter ihnen, so unterliegt es keinem Zweifel, daß alle, Versuche, mittels welcher man ihrem die Gesamtheit der Judenheit so schwer schädigenden Einfluß begegnen will, schon im Anbeginn zur Aussichtsun!> Erfolglosigkeit verurteilt sein! müssen. Wenn man glaubt, daß mcm dadurch, daß man dem jungen Juden sein Haus öffnet, ihn davor bewahre, daß er sich mit der andersgläubigen Kollegin, mit welcher Sr Tag für Tag im Berufsleben zusammentrifft, sich befreunde, so betindct'man sich in einem verhängnisvollen Irrtum. Auch der gewissenhafte Arzt wartet nicht etst ab, bis sein Patient in die Gefahrzone gelangt, in welcher mit de^ Gefahr der Erkrankung zu rechnen ist,!sondcrn er versucht, den Körper längst vorher und längst bevor irgendein Grund zur Besorgnis vorlregt, vor der Möglichkeit der Erkranksing zu schützen, indem er ihn Immunisiert, ihn gegen die Feinde der Gesundheit, die Krankheitserreger feit und widerstandsfähig macht. Genau so mutz auf unserem Gebiete, wenn man überhaupt an die Möglichkeit einer Besserung der Zustände glaubt, vorgegangen werden.( Es gilt, di e jüdische Iu!gend von Kindheit an wider st andsfähig zu machen gegen all die Tatsachen und Erscheinungen unseres modernen Lebens, durch welche unsere jungen Männe, und Mädchen zur Eingehung! einer Mischehe veranlaßt werden können. Schon mit ^diesen wenigen Ausführungen ist angeteutet, daß das einzige, wirklich erfolgversprechende Mittel im Kampfe gegen die Mischehe und ihre Gefahren die rechte Erziehung unserer Kinder und unserer Jugend ist. Es gilt, in unserer Jugend das öewußtjein zu erwecken, daß ein jeder Jüngling und eine 'jede Jungs au die heilige.. Pflicht hat, mit zur Erhaltung des Judentums bei jutragen. Es gilt, sie zu erfüllen mit dem begeisterten Glauben an die Zukunft des Judentums und der Judenheit und ihre geschichtliche Berufung. Es leuchtet aber ein, daß diese Zukunft nur gesichert ist und nur gesichert sein kann; wenn die Träger der Zukunft für dik Reinheit des jüdischen Stamipes und des jüdischen Glaubens die rechte Sorge tragen. Das ist ein-Satz, zu dem sich alle Richtungen im Judentum bekennen können und müssen; ein Satz, der seine unbedingte Geltung hat für den orthodoxen Juden sowohl wie für den libetülen, für den Zionisten, wie sür den, der den Plänen und Ideen des Zionismus gleichgültig, ablehnend oder gar feindlich gegenübersteht. Nun aber ergibt sich die Stellung des einzelnen Juden und der einzelnen Jüdin und die Stelluiig der Ehe zu diesem großen jüdischen Zukunftsgedanken von selbst. Wie im Leben der Menschheit der einzelne Mensch nur im Dienst« ihres Fortschritts, ihrer Entwicklung und ihres