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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-05-01 · 2 (1.5.1917) · p. Seite 49

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
2 (1.5.1917)
Date
1917-05-01
Page
Seite 49 (sequence 17)
Language
German
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49 —1 Was ist das Judentum, ist es eine Volksgemeinschaft eine Maliern' »der eine Religionsgenieinschast? Diese Untersuchungen konnten die deutschen Verhältnisse gar nicht umgehen. Es wäre unmöglich, über dieses Schrifttstm im Rahmen dieses Vortrages zu berichten. Ich werde daher stur einige wenige Schriften berausgreisen und Sie bitten, sich selbst damit bekannt, zu machen. Ich nenne die kleine Schritt des Archivars l»r. Zivier „Nustland und, die Ostindensrage". <>is iebr gut orientierende Buch von Grabowski „Tie volnische Frage", die von I>r. Martin Bnber, wohl dem bedeutendsten jüdischen Nationalisten, heraiisgegebene Zeitschrift „Ter Hude" und die Zeuchtwangersche Schrift, von der ich bereits gesprochen habe. Es ist sticht verwunderlich, das; angesichts der Bedeutung, welche die nationale /Frage während! des .Krieges gewonnen hat, die Meinung aiistäncht, die Gegensätze!seien noch fdjörfcr geworden. Aber die lüriinde, i?io" gegen eine seht unerwünschte Verschärfung - sprechen. scheine» mir, zu übenviegen. Vor allem - und ich lege grasten Wert darauf' dies hiei vor der breitest Oeffentlichkeit zu sagen —, die national gesinnte jüdische Jugend deutscher Staatsangehörigkeit hstt ebenso wie. alle anderen Tonischen die Wasscn geführt mit gleichem Eifer, gleiche»! Schwung, mit stleicher Opferfreudigkeit, und nicht nur in Erfüllung einer staatsbürgerlichen Pflicht, sondern in dem Bewusttsein. dast, wenn sie für Teutschland kämpse, sie damit sich einst'tze für /die eigene Persönlichkeit, die unlöslich im dentichen Wesen Wurzel geschlagen hat. (Lebhafter Beifall.) Und auch diejenigen, die zii Hause geblieben sind, haben sich ein gestanden, dast sie selbst weit mehr im Deutschtum verwurzelt sind als sie früher geahnt haben. Das vermute ich nicht, sondern.mehr als ein zionistischer Führer hat mir gesagt, die Ereignisse des Jahres 1911 batten ihn gelehrt, wie tief verwachsen er mit deutschem Wesen sei. Zinn dritten: ' Schon vor dem Kriege gab es eine Strömung int Zionismus, die darauf abzielte, das national * jüdische Moment auf die Ostjudenfrage zu beschränken und für deutsche Verhältnisse aus znmerzen. Ich erinnere Sie an die Leipziger Tagung des'.deutschen Zionismus. Es darf angenommen werden, dast dieser Flügel nach Kriegsende seilst- Arbeit wieder anfnehmen wird und dast die praktisäx' Zusammenarbeit' an der Ostjudenfrage ihm Verstärtnug aus. anderen Kreisen bringe» wird. Was ferner nach meiner Meinung, gegen die Notw uidigkeit einer Auseinandersetzung spricht, ist, dast die Kampfformen sich gebessert haben.. -Lb die alte Tonart iviederkenre» wird oder ob sich hier eine-endgültige Weubung zum bessern voll zogen hat, wer! vermag das zu sagend Aber die Vorzeichen deute» auf eine Besserling. Tenn mehr und mehr sieht man auf natiöna listischer Seite das Problem als ein wifsenscliaftliches an. Das Ijat zur Folge, dast mehr Objektivität und Gründlichkeit obwalten und daß sich die Auseinandersetzung sachlich gestaltet. Feuchtwanger, der aus dem nationalistischen Lager kommt, sagt, die bisher von beu

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