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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-05-01 · 2 (1.5.1917) · p. Seite 48

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
2 (1.5.1917)
Date
1917-05-01
Page
Seite 48 (sequence 16)
Language
German
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— 48 — lidic Zionismus isk non den tfürireni ausgegeben'.', und er fäint (art: »Tic heutige ycitumj de, zionistischen Organisation erstrebt das kleinere und darum auch erreichbare Ziel, die Vereinigung einer möglichst'größeren Anzahl landwirtschaftlich tätiger, hebräisch redender, unter sich zusammenhängender Juden in Palästina und den Neben ländern. T i e Judensrage will der heutige Zionismus nicht mehr lösen. Er will sie individuell lösen und erhofft als Wirkung, daß Zion ein geistiges Zentrum sein wird." Eine andere Entwickelung hat die national-jüdische Richtung genommen. Ich verstehe darunter diejenigen Bestrebungen, die eine nationale und kulturelle Wiederbele bung des jüdischen Volkes in der Tiaspora herdcisühren wollen. Diese Richtung hat durch drei Gruppen von Gründen ei-ne verstärkte Bedeutung. gewonnen. Dadurch, daß diejenigen, die ans das Basler Programm hin Zionisten wurden, »ach dem Verlust dieser Hoffnungen — in einem allmählichen natürlichen Prozesse - - Nationalisten wurden. Zweitens dadurch, daß nationale Probleme noch mehr akut geworden find. Und vor allein drittens dadurch, daß die Ostjudenfrage ejne so dringliche Gestalt angenommen bat. Zunächst sagte ich, dadurch, daß der Herzliche Zionismus abstirbt. Nun wurde von denjenigen, die früher das Schwergewicht auf die praktische Seite der Arbeit gelegt hatten, der theoretische Boden stärker beackert. Ter seit dem ersten Basler Kongreß bestehende Gegensah zwischen Herzt und seinem Programm und Aclzad Haain ist entschieden. Achad Haain und seine Ideen haben-allmählich die deutschen Zionisten so stark beeinflußt, daß sie ans Territorialrsien zie Nationalisten wurden, lieber die gewaltige Beden tnng nationaler (N-danken in der Gegenwart brauche ich mich nicht verbreiten. Dagegen werden wir uns ausführlicher mit der dritten Gruppe, der Ostjudeirfrage und ihrer Wirkung auf den Nationalismus, besck)äftigen müssen. Die ist in einer Weise aktuell geworden, daß sie nicht inehr durch Abwanderung, nicht mehr dadurch, daß man hier und da etwas Luft sck>afst, gelöst werde,, kann. Die Neugestaltung Polens und der angrenzenden Bezirke ist für die europäische Politik das aktuellste Problem geworden, und der nationale Gesichtspunkt spielt mit Rücksicht auf die ganz verschieden geartete Abstammung, Stillt»,- und Lebensgewohnheite» der Bevölkerung die Hauptrolle. Sobistd dieses politisckie Problem am Horizonte austauchtc, nuiröe es heiß um stritten. Die mannigfaltigsten Rezepte wurden als allein heilend angepriescn. An diesen Erörterungen haben auch diejenigen deutschen Juden wirksam sich beteiligt, die schon vor dem Kriege ans den, Standpunkte standen, daß in Westeuropa das Judentum nur noch eine,Stammesgemeinschaft sei, während die Ostjudcn noch eine Volks Gemeinschaft mit nationalem ^Charakter bildeten. Ich erinnere an den vielgenannten^ Aufsatz von I>r. Franz Oppenheimer über Volrsbcwußt sein und Stammesbewnßtscin, der dieser Aussassung beredten Ans druck verleiht. In der so gekennzeichneten Literatur steht scharf unö nicht beschränkt auf das Ostjudenproblem die Frage im Vordergründe:

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