Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 2 (1.5.1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- Seite 47 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 47 — fttcje Seutsche ftonrereii>vieiueiuidwtt dal sich eine gervisse Zahl van Vorstandsmitgliedern und ein Mindestmaß von Einfluß ans die ge iiimte Leitung gesichert. Obwohl unmittelbar vor dem Kriege -noch eine zweite Reorganisation stattfand. ver'.'.-.anden die Gegensätze nicht. Nun sind plötzlich durch den Krieg, ohne Kiindigung, ohne Ab . sage, die Brücken abgebrochen und, wir können sagen, sie sind abgebrochen für alle Zukunft. Diese Tatsachenreihe ist ein lehrreicher Beitrag zu dem Kapitel, wer bei internationaler gemeinschaftlicher Arbeit. Zusammenarbeiten kann und wie weit sie überhaupt möglich ist. Die Lebensgeschichte der Alliance beleuchtet auch — als ein Beispiel von' Tausenden — die alten, oft gerade unter Hinweis auf diese Der einigung erhobenen Vorwürfe, die Juden seien international und nicht Deutsche. Ich komme nun zur Erörterung der Entwickelung, die die wichtigsten inneren Verhältnisse im deutschen Judentum nicht nur durch, sondern während des Krieges genommen haben. Ganz selbstverständlichhabe ich hier in den Vordergrund zu rücken dir Wandlungen des zionistischen und jüdisch-nationalen Gedankens. Diese Bewegung ist beeinflußt worden durch die ungeheure Fülle der. versönlichen Erlebnisse ihrer Mitglieder, also psychologisch, durch die eigene Anschauung, die die meisten jüdischen Soldaten zuin ersten Male von den Ostjnden, ihrem Leben, ihrer wirtschaftlichem Lage, ihren Wünschen Denken und Sprechen, geivonnen haben. Auch für sie war es von großer Bedeutung, daß ungezählte Tausende jüdischer Männer mehr alsje aus dem täglichen Leben herausgerissen wurde», daß sie infolge einer Revolution aller ihrer Verhältnisse eine Distanz zu Dingen gewannen haben, denen wir sonst vielleicht allzu nahe stauben. Unter der Einwirkung dieser Umstände ist eine sehr umfangreiche Literatur entstanden. Erheblich ist bei vielen die Farbe der Brille, durch die sie. das Leben sehen, geändert, mindestens aber dir Farbennüance leeinslußt worden. Wenn man die Entwickelung. die sich hier vollzogen hat, richtig beurteilen will,' so mutz man zwei Grundströmunc en im Zionismus unterscheiden. Einmmden Herzlichen Zionismus, also die Strömung, die ihr Schwergewicht nicht auf . die national-jü »sche Theorie, sondern auf die politische praktische Ar beit richtete: di: dic Jndenfragc lösen wollte, indein sie dic Juden der Welt oder einen möglichst großen Teil derselben aus der Verbannung zum Zwecke der nationalen Wiedervereinigung auf autonomer Grund läge in Palästina sammeln, ein Volk alif eigener Scholle schaffe» wollte. Diese Richtung hat, soviel ich sehe, während des Krieges völlig «chgewirtschaftel. Kein Znieifel, das Basler Programm, 1 das in Palästina eine öffentlich - rechtliche Heimatsstätte für die Juden der ganzen Welt sc fassen wollte, hat seine Lebcnsberechtigung nicht bewiesen. Dafür kann auch eine Fülle von Belegen aus der Literatur beigebracht werden. Nur ein Beispiel gestatte ich mir herauszugreifen. In „Die Jubenfrage" sagt F>r. Feuchtwanger: „Der Ursprung-