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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-05-01 · 2 (1.5.1917) · p. Seite 41

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
2 (1.5.1917)
Date
1917-05-01
Page
Seite 41 (sequence 9)
Language
German
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— 41 — aiefcr Ueberzeu; ine mit dem feste getreten und ih ui erhalten en ung wird nur die Partei sich freudig bekennen, n Glauben an die Güte ihrer Sache in die Schranken n in allen Schwankungen des Kriegsaliicks aufrecht lassen ist. : m Eine klare, edle und gerechte Sache zu haben, darauf will nach beule in unserm Kriege keine der Kampfgruppen (de^n solche sind es. keine Völker mehr) verzichten. Kann die Gute unsrer moralischen Kraft vielleichtj durch unsre Verbündeten beeinträchtigt werden; kann dieser Falls nicht auf der andern Seite nach viel eher eintreten.; wo früher ausejinanderstrebende Welten sich in genleiniamer Feind tcbait gegen uns zusammenfanden, wie Verschworene? Deutschlandj und England sind zum Endkamps angetrereu. Mancher fühlt Beklemmungen im Hinblick auf das Schicksal ■- der Burenrepubliken. Darauf ist zu sagen: auch in Gottes Gericht gibt es Zwischenurteile. Was uns ruhig machen könnte, ist grade die Selbstgerechtigkcjit aus der gegnerischen Seite, wo man mit tönenden Worten sich als den Sachwalter Gottes, die Zuchtrute in seiner Hand anfspielt, mit dfr wir wegen unsrer Verbrechen, an der Freiheit, dem Glück und dem ^Frieden der Menschheit gezüchtigt Norden sollen. . Das deutsche Volksgewissen hat schnell erkannt: eine schlvere Prüfung, um nicht zu sagen, ein Akt ausgleickiender Gerechtigkeit ist ihm dieser Krieg, nimmermehr aber der Vernichtung. Nirgends viel leicht io viel Büßfertigkeit, so viel Fragen ilach unsern Verfehlungen und Vorsatz besserer Gerechtigkeit, wie bei uns. Es sind nicht, alle Volkskreise davon durchdrungen; und niemand weiß, was nach be itandener Not von dieser religiösen Erschütterung übrig bleiben wird. Aber Deutschland beweist, dan es sich unter die göttliche Gerechtigkeit »teilt, indem es das Banner des Völkerrechts zu Wgsser und. zu Lande mitten im Toben des Krieges wehen, zu Vergeltungsmaß regeln sick nur langsmu drängen, von dem Moloch Krieg nicht sein «Gewissen stumpf machen )äßt. Das ist das Wirken der göttlichen Ge rechtigkeit: aus! Qual und Not rettet sie sich in der Menschenieele üegreich empor.! lk. Und so geschieht's auch mir der göttlichen Güte. Es gehört Mut ikijii, sie mit Krieg in einem Atem zu nennen. „Die Trauer zieht durch das Lands" nennt ein Maler unsrer Tage eines seiner ergreifenden Bilder.!Aus einer Zeit, die die innigsten Lebeirsbeziehungeu - zerreißt, liebende Herzen sich vor Sorpe und Sehnsrcht verzehren läßt und die grausamsten Oualen für Leiber und Seeles häuft — aus einer solchen Zeit scheint das göttliche Erbarmen gewichen. Nicht gütige Vorsehung, sondern ein blind waltendes Schicksal gebietet über Millionen: verlangt hier unerhörte Leistungen und Opfer, verschont dort ebenso willkürlich den Nachbar. Aufseufzen möchte das ver wundete Gemüt, wenn es immer wieder von der urgewaltige« Tragik menschlichen Lebens ergriffen wird; aber erschüttert fühlt e§ sich a unverhofft selbe, a r m s mH, angesichts der zahlreichen Rettungen, deren Wunder, deren Gegenstand eben dereligeMenschist.

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