Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 2 (1.5.1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- Seite 39 (sequence 7)
- Language
- German
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— 39 — ich ieiii! mag die an si wird sein Reich au Gottvertranen. Dil' seinen Absichten und beitnmspanncnden und König gesichert dem Uebel nnd der kenner auch beten: Und so gib daß sie allesamt ifüllen Deinen selbst verzweifelnde Weisheit rufen; der Friede sdchnen und befestigen! ruft das neg erstarkte selbe Bibel, die Gott arglos ihre Kriege nach Plänen führen läßt, kündet ihn in ihrtm mensch Weissagungen als den Bringer. Schiedsrichter m Friedens. .Dieselbe Religion, die gelehrt hat, Niedertracht kräftig zu widerstehen, lehrt ihre Beroch Furcht vor Dir bilden einen Fried Willen mit ganzem Hcr ider alle Deine e n s b n n d . um zen. Geschöpfe, dami-t zu 2. Kämpfe und selbst Kriege seien von der göttlichen Weisheit zu dulden, solange die menschliche Vernunft sie nicht zu vereiteln imstande war. Aber während des Kampfes, so denkt der religiöse Mensch, und besonders in seinem Ausgange möge die g ö t t l i ch e ,G e r ech tigkeit desto deutlicher triumphieren! Denn Gott muß gerecht sein, oder er ist nicht Gott; wir könnten begreifen, daß Menschen seine Pläne und Zwecke kurzsichtig oder boshaft verzögern, nicht aber, daß sein gerechtes Walten geschmälert werde. Sobald die Schlachten aber entbrannt sind, so klagt das fromme Bewußtsein, verhüllt sich Goftes Gerechtigkeit bis zur Undurchdringlichkeit. Diese Klage durchtönt alle Phasen de^ Krieges, auch die der Triumphe; unser Blick kann von den — unschuldigen Opfern auch der Siege nicht los. Ja, wenn, die todbringenden Geschosse Unterschiede niachten und sich die Schuldigen und Schlechten aussnchtcn! Doch hiergegen erhebt bereits .Belonnenhcit ihre Stimme. Was beunruhigt uns? Nicht eigentlich, daß der gerechtere, sondern der vorzüglichere, tapferere Krieger dahinsinkt, der geringere oft gerettet wird. Blicken wir ein wenig tiefer, soistdiesdieGerech tigkeit d e s K r i e g e s. Mit der Söele der Antike klagt Schiller: Denn Patrokles liegt begraben.; Und Thcrsites kehrt zurück. Tie glücklich Ueberlebcnden verdienen gewiß die bereit gehaltenen Kränze, abdr unser Auge umflort sich im Andenken an die dahingesunkenen Helden. Man geht nicht in den Kampf, um sich zu schonen, oder Mt der Hoffnung, der andere werde die uns bestimmte Kugel aufsangen. „Tein Blut ist nicht röter, als dos seinigc", so begründet der Talmud die Hingabe des eigenen Lböens. Ter Philosoph erkennt, daß es der stärkste Einwand gegen Uebertragung därwinistischer Lehren auf dem Menschen sei, wenn der Krieg gerade Tüchtigsten dahinraffe-ustd den schwächer Ausgestatim Reiche der Natur herrscht das umgekehrte Gesetz. — Wir besorgen aber, schärfer gesehen, eine andere Ungerechtigkeit; nicht daß der Gerechte mit den Ungerechten unter der Geißel des Krieges leide, sondern daß der Gerechte statt seiner leide.' daß er für den am Kriege Schuldigen und Verantwortlichen blute, indessen diese firei ansgehen. die Besten und teten verschone