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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-05-01 · 2 (1.5.1917) · p. Seite 37

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
2 (1.5.1917)
Date
1917-05-01
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
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nflcn -Kriege auf 1 rückgekommen! ist Rousseau oon' ein iner Erde »och immer fein Ende gesunden? Zu- »an freilich von den Traumbildern/ die I. I. er paradiesisch-iinschnldigen und friedengetränkten Urmenschheit entwarf. Alte Zeiten mochten immerhin ihre Kriege nötig gehabt habe, ein Kriegsmann, das; die Verminst ein Herrscher sei sei es auch mir üb ichichte erzählen a war ein seltener tiges Anschwellen Das Judentum bekannte kühn: „Der Ewige ist Lwiger ist sein Name." Auch erkennt man bald, nicht jedweden Streit oder Kampf ablehnen k.önste^ Allzudeutlich ist iiie Menschennatnr daraus angelegt, des Stoffes Herr zu werden, l ie Umwelt zu überwinden, auch das Widerstreben des schadenbringestden Nebenmenschen zu brechen. Daß der Mensch ui Erden, bezeugt ihm da? erste Blatt det Bibel, er die Reiche der Natur. Die Blätter der Weltge- »ßerdem von Herrenvölkern und Herrenmenschen, und daher auch von — Unterworfenen. Nicht der .Krieg — der Friede Iwischenznstand. Sollte nicht dennoch ein mächentgegengesetzter Strömung gerade durch die neueste Zeit gegastgen sein, mit dem immer deutlicher hervvrtretenüen Ziel„ das; der Mensch den Menschen endlich mls Selbstzweck achten lerne, und ebenso ein Volk das andre, ein Staat die übrigen?! Taft der Mensch nhie Wege suche, aus denen er dem blutigen Austrag seiner Streitigkeiten entgehe?! . ( Weder denkbar noch wünschenswert erscheint es uns, innere Kämpfe aus einer höher entwickelten, staatlich organisierten, nach Millionen zählenden Gesellschaft zu bannen. Das Träge muß angegriffen, dein Bessern gegen jeden Widerstand Bahn gemacht werden: es ist der Weisheit Gottes entsprechend, hierfür gerade die besten Kräfte mobil!■;» machen. Der Fortschritt geschieht nur schrittweise, die Opfer, die die sozialen, politischen, religiösen Kämpfe mitten im tiefsten Frieden erfordert haben, zählen nach Legionen. Wollen wir die Weisheit Gottes nur gerettet finden, wo kein BInt sichtbar fließt? Oder auch dort, wo die Weisesten der Nationen unermüdlich am Werke sind, zu bessern, zu helfen und zu vervollkommen. so viel neue Arbeit sie auch immer wieder finden?! Das Duell mißfällt; aber nicht wegen des etwa fließenden Blutes, sondern weil es den Rechtszustand durchbricht, und an die Stelle wohlerwogenen Urteils über den Parteien stehender Richter einen mit Zufälligkeiten behafteten Akt roher Selbsthilfe setzt. Der Krieg ist ein großes Völkerduell, unter den schwersten Bedingungen, bis zur Erledigung des Gegners. Auch unsre höchststehenden Kulturvölker konnten nicht damit rechnen, ihm angesichts des unermeßlichen! Zündstoffs aus die Dckiier zu,entgehen: — denn es fehlte gerade! an einer über den i*e'I b stherrlichen Staaten sich e r h e b e wd e n , schiedsrichterlichen Instanz. Ist es sticht dennoch zukunstverheißend, daß unsre Besten den Gedanken dieses neuen R e ch t s i u st i t n t s bereits gefaßt hatten, daß ihm zwei Kongresse im Haag gewidmet nxiren, die nicht etwa namensose Utopisten und Schwarmgeister, sondern die Kaiser und Könige her Erde, die Souveräne aller Knlturstaaten in ihrem Bevollmächtigten versammelten! Ist es da gerechtfertigt, nux die, Unvollkommenheiten. Lücken und Mißerfolge zu beklagen, die am

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