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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-02-28 · 1 (28.2.1917) · p. Seite 22

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
1 (28.2.1917)
Date
1917-02-28
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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— 22 — sich, dag es durch seine geschäftliche Ucberlegenheit, die es oft noch, urt» zwar mannigfach, durch z veifelhafte Mittel ausnüht, viele innere soziale Verstimmungen und Kämpf, erzeugt." Ueber den sachlichen Wert dieses Urteils verliere ich kein Woct; ich kann es nur nicht recht vereinbaren mit dem vorausgehenden Urteil über die „glückliche Zugabe". Aber bis jetzt hat de: Volkswirtschaftlcr gesprochen; was hch endlich der Professor zu sagen, bei, als solcher, nämlich mit Rücksicht auf die Universitäten schon in dem eigentlichen Aufsatze das Wort.genommen hatte. „Die Neigung des Juden, wo e: in eine einslugreiche herrschende Stellung kommt, die Germanen und Christen zu benachteiligen, ist noch so mannigfach vorhanden." Jetzt wird die Anklag ganz ernsthaft. Tie Juden, und jctztjsind es die assimilierten in den herrschenden Stellungen. sindj also, kurz gesagt. Betrüger. Solche Leute assimi liert man und auf solche! assimilierte Juden setzt man weitere Hoffnungen. Wie häßlich ist dieser Wiqerspruch. Shll ich wirklich noch alles weitere durch - hecheln? Tie Hausindustrie und der ^andwuchcr. diese alten Ladenhüter def gemeinsten Antisemitismus. auch sic werden hier nicht verschmäht. Bei >der Tffizicrsfrggc kommt dann noch ein köstlicher Purzelbaum. „Wenn heute der betreffende L'sfizicrsfandidat sich taufen läßt, so wird er iK der stiege! gewählt. Tas empöri die Gefühle aller freier Tenkcnden." Nun aber werden diesen entgegcngestellt „hie strengen und orthodoxen Christen", .die den getauften Juden durch die Taufe zu Gott in ein „ihn innerlich' umbildendes Verhältnis kommen lassen". Und dieser „mystisch-orthodoxe Standpunkt" sei der Glaube eines Teils „unserer östlichen Landgristokratie". Abc" der stzreidenker „findet mit stiecht. daß meist die charakterlosen Juden es und. d,c sich aus äußerlichen Gründen taufen lassen". Wer hat denn nun oben eigentlich nach Herrn von Sckinoller recht', die östliche Lirndartstokratie mr ihrem Glauben an die Myst'k der Tause. der „nicht überithcn werden darf" cdcr der -rrcidenker. der „mit Recht" eine Charakterlosigkeit in den meistcr Judcntaufen findet? Tas sittliche, das religiöse Urteil schwankt hier tau meind zwischen einer Tpporuiniläl zur anderen hinüber. .; Und schließlich scheint s,ich alles in die liberalste Wohlgcfälligkcit aufköser zu wollen. „Uebrigens weiß ich aus zuverlässiger Luelle." Man kenn! sattsam dieses Wissen ans zuverlässigen Quellen. Genug davon. Aber dei Man» wird wirklich gemütlich. „Tiese Hoffnung wird sich in dem Maß, realisieren, als dre religiösen Gegensätze sich mildern, als der innere s'ttlich, Gehalt der christlichen und der jüdischen stieligion mehr als Togma und di, Mustik zur Hauptsache werden." Was hören wir da: es gibt einen innerer sittlichen Gehalt erstlich für die jüdische stieligion. aber auch für die christliche dei unterschieden wird von Togma und Mvstik! Tuech diese Un^ei schcidunj wird ja aberdic ganze Assimilation lahmgelegt, oder nicht etwa auch überflüssig? Qder soll iie wifklich durcknveg nur der Rasse wegen gefordert werden? Kann den Juden aber ernstlich zugcmutet werden, durch das Togme und die Anitlk der östlichen Landaristokratie hindurchzumaten. bis der inner! sittliche Gehalt der Religton einstmals erreicht sein irnrd. der ja übe.genk auch der jüdischen stieligion hier zuerkannt wird. So wird es denn lonrwnklar. daß das ganze Lockgespenst der Assimilation in em leeres Nichts verschwindet. sobald der anständige moderne Gelehrte die Sprache wiederfindet. Aber leider sind wir schon daran gewöhnt, daß dieser Tenkcr nicht auf der geraden Linie sich halten , kann. Nach dem angeführten Satze heißt es un- M'ttelbar: „als die Juden selbst da. wo sie die Macht haben, ebenso duldsa« und gerecht gegen die Nichtjuden werden, wie sie es von den Christen verlangen. ‘ Also „werden" sollen die Juden erst duldsam und gerecht gegen di« Nichtjuden; sie sind es also noch nicht. Und welche Beweise hat der Man«

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