Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 1 (28.2.1917)
- Date
- 1917-02-28
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Und seine ai lnklarheiten ,r seiner Frage das inerhodische^ Problem der Politik verwirrt, diese Disposition augeknstpften Betrachtungen fsihren diese weiteren Zweidculigkeitest und Selbstipidersprüchen durch. Auch für das Mittelster nimmt es: nur das „Durcheinandcrivohnen ver schicdener Nasse»'' als best hauptsächlichsten Grund der Juden» crfolgungen au Ebenso will er die „heutige russische Irdenpolitik" erklären, nie das „Iudcw ghetto in den mittelalterlichen Städter". Jeder Fremde galt und gilt alt Feind. „Langsam rang!sich aus solchen psiickologischcn und kulmrgeschicht lichcn Zuständen die-Ideeiberaus, das; )ie Menschen vor Gott < leich seien, also auch von den Menschen ist behandelt werden sollen." Auf » nun doch das religiöse Prinzip als e n Moineiu bei dieser ganzen Frag? Aber war denn dieser Jscdanke von! er Gleichheit der Mci scheu vor Gort im Mittelalter etwa gar sticht vorhanden? Lider aber war er zurückgedrängl und vernichtet worden durch den Gedanken, das; nur, wer an Ehristus glaubt die Mcnfchcngleichheil voir Gott habe' Und wie steht es bcrle mit diese:» Grundgedanken aller wahrhaften Religion? elrachtung leirdi nunmehr zur Ausklärung dcs> IS nicht von' hem ache, näm- Gleichheit de» olitik zu einer über, welche „den Anfang der äußeren Rechtsgleichheit gebra cht babe". Er fährt aber uninilielbar fort: „Toll eine solche Früchte traster." Wir balten iiine. Ist die Aufklärung nicht' an un) für sich selbst eine reife Fruchl, die nur noch ferneren Wachstums und eigener Höhencntwickl >»g zugänglich bleibt, aber nicht.erst auf ibrc Früchte bin zu prüfen ist? Ter Autor fäbr wrt: „io niuß iie verbunden sein mit pincr Assimilation." Tasalso ist der Kern der Fruchl, die von her Aufklärung gefordert ivird. To i 't denn also die Aufklärung an sich selbst! unreif und ibre Entwicklung wird Ausbau ibreS Prinzips bedingt, sonders, von einer heterogenes, sich von der Asfiigilalion her „rassensrcimden Minorität". Menschen vor Goit wird somit in deiij Tchwicrigkeiten der P fromme:, Redensar:, der auch die Aufksärung keinen gediegen! ren Gehalt zu geben vermag: cs toinint alles vielmehr nur darauf an, das; d:e rasseniremde Minorität der beirrichenden Nasse sich assimiliert, unethisch, wie dieser ganze Aberglaubf an die Tlaiistit ist. Assimilation nichts anderes als ein failschcs Wort, erfunden um die Tendenz zu verbergen, welche schon die Aufklärung geblaiidmnrkt Hai: eine Ncligion und ibre Bekenner als sosche vertilgen und auSrollen zu wolle» Statt der Austreibung und AuSrotrungs sagt man Assimilatiön. Welches Ziel aber har iie? Tie Nation,-welche dcä Staat bildet? Ist l enn aber der moderne Nationalstaat eltva durch eile Rationalität bedingt? Cbcr aber beruht seine Modernität nicht gerade in der Aufgabe und der Macht, verschicdene Nationalitächn in der Idee de^ Staates zu der Einheit' einer Nation, npial erscheint Jahrhundert« lsnreligiös und o ist auch die nid gebraucht eaes nationalen Staates Haben nun die deutschen Juden, um nicht weiter als auf Beoscs Mendelssohn zurückzugehen, -diese etwa nicht bewiesen, dem zu vereinigest? ihre Fähigkeit und diesen ihre» heiligen Willen deutschen Nationalstaaic mit Herz und Geist anzu gehören? Was soll die Bedingung der Assimilation für uns noch bedeuten? Mit Entrüstung, mit Verfichtung weisen wir sie zurück, weil man eine Forderung der Falschheit, des sittlichen Unaufrichtigkeit verachten darf und ver achten soll. Wir sind Deutsche, weil wir Deutsche sein wollen. Und w:r fühlen die Befähigung, diesem großen Volke mit seiner Gcistesgeschichte un» einzugliedern, hauptsächlich in der unerschöpflichen Kraft unserer Religion, unseres reinen Glaubens an den einzigen Gott und der ewigen Tittenlehve, die diesem'Glauben entsprossen ist. Ist dieser Religion und kraft ihrer sind »ir Bürger des Deutschen Reiches geworden. Die Unterstellung, daß uns das dontfche Staatsbürgerrecht verliehen worden wäre unter der weisen Voraus-