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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-02-28 · 1 (28.2.1917) · p. Seite 10

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
1 (28.2.1917)
Date
1917-02-28
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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wollen wir der Jugend vermitteln. Das Wissen vom Judentum öffnet den Weg zum Judentum. Geben mir der Jugend ein solch erkanntes, bewußtes und positives Judentum! — über die Art dieses Gebens werden wir noch viel zu sprechen haben —, so wird sie eine Stütze hoben, wie sie fester nicht gedacht werden kann. Sittliches Menschentum. Tie tzösung^der schweren Aufgabe des Judentums erfordert starke.strafte. Nicht nur geistige, sondern auch körperliche. Ter Gang unserer Entwickelung hat es mit sich gebracht, daß wir die Ausbildung unserer körperlichen Fähigkeiten zeitweise , oernachlässigt haben. Wir haben uns auch hierin geändert. Aber was^ nützt alles Streben nach körperlicher Ertüchtigung, wenn die er-! rungenen Vorteile durch einen in sittlicher Hinsicht nicht einwandfreie" Lebenswandel bedroht werden. Ter Jugend die Gefahren vorführcn, in die ne nicht nur sich selbst, sondern das gesamte Judentum durch ein nicht den Geboten der Sittlichkeit entsprechendes Leben stürzt, ist die Aufgabe der JugendlBewegung. Sie muß dex Jugend auch die Wege weisen, die sie zu begehen hat, damit sie vor Ausschweifungen .bqwahrt bleibe. Das Judentum, das alle Kräfte aufbieten muß, um sich gegenüber dem Ansturm seiner Gegner zu behaupten, hat mehr als jede andere Gemeinschaft starke Menschen nötig. Starke Menschen aber nenre ich solche, die erfüllt sind von sittlichem Menschentum. — So haben wir in Frankfurt uns über die wichtigsten Probleme unserer Jugendbewegung unterhalten. Einheit der Arbeit, positives Judentum, sittliches Menschentum! Stellen diese drei Begriffe wirklich drei verschiedene Probleme dar? Oder bedeuten sie nicht im Grunde das Gleiche? Wenn wir alle erfüllt sind von dem Gedanken d's positiven Judentums, müßten wir uns daun nicht in dem Streben nach Fortentwicklung und Erhaltung des Judentums mit allen feinen Bekennern zusammenfinden? Und predigt nicht gerade die Ethik des Judentums das sittliche Menschentum? Es scheint, es kommt einzig u"d allein darauf an, daß wir das wahre Judentum in uns aufk nehmen. . Wie dem aber auch sei. wir halten es für hvchbedeutsam, daß all diese Fragen — sie erschöpfen zwar nicht die Arbeit der jüdischen Jugend — in einem Kreise von Persönlichkeiten aller Richtungen u id Berufsschichten erörtert wurden, die aufs innigste mit dem jüdisch?n Leben verbunden sind. Einmütig wurde die hohe Bkd-utuna unserer Arbeit erkannt und fest gestellt, daß es Pflicht aller guten Juden sei, sie auf jede erdenkliche Art zu unterstützen. Einen zweifachen Erfolg hat die Frankfurter Besprechung gehabt. Den Aelteren gab. sie Einblick in das innerste Getriebe unserer Tätigkeit. und diese Kenntnis erhöhte das Geiübl der Verantwortlichkeit, daß sie als die berufenen Leiter unserer Arbeit für ibr Gelingen haben. UnS gab sie über manches Klarheit und zu vielem Anregung. Wir danken denen, die unserer Einladung gefolgt sind. Ihre Wünsche werden wir, soweit es in unserer Kraft steht, gerne verwirklichen. Wir hoffen abe«- auch, daunrnd ihrer Mitarbeit gewiß sein zu können. vr. Kurt Alexander, Frankfurt a. M.

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