Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 6/7 (1916)
- Issue
- 3 (15.11.1916)
- Date
- 1916-11-15
- Page
- Seite 89 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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— SO bezweckte die Loge, „jüdischen jungen Leuten Gelegenheit zu geben, ihr Wissen zu bereichern, ihr Interesse an jüdischen V>ngen zu regen, sfe zur Mitarbeit aiizuspnmen und den neuen Verein zst einer Pionierschule-der Loge zu machen. Vor den Gesahrcn der Großstadt wollte man die jüdische Jugend bewahren, ortsfremden junger/ Leuten eine Stätte zum geselligen Verkehr geben". . Charakteristisch ist, daß der „Israelitische Jugendbiuid' während der erste: 10 Jahre seines Bestehens die weibliche jüdische Jugend von der Mitglicdjchaft ausschloß. Der soziale Chörakter des I. J.-B. blieb dem Bunde für e ne Reihe von Jahren erhalten. Die schulentlassciic mäivi* liehe Jugend von der Straße und aus den Kaffeehäusern zu entfernen, galt ihm als seine H ruptaufgabe. Bald nach der Gründung schritt man zur Bildung von Kon Missionen. Man schuf eine Kontmission für ..geistige' für „körperliche" Interessen sowie eine „Gefelligkeitskommission". Tiejc Kommissionen, auf,denen sich das ganze Vcremsleo^n aufbauic. bestehen noct heute. Die „Kon Mission für geistige Interessen" sorgte für das Vortragswesen; Vorträge mit anschließenden Diskussionen, belehrende Kurse, Vor lesungen aus gutrn Büchern usw. wurden von ihr eingerichtet. Eine Gcsangsabteilung scwie eine von der Kommission für körperliche Interessen ins Leben gerufereTurngruppe entstanden bai>. Während die Gesangs abteilung nach ei rigen Jahren wieder einging, entfaltete sich in der Turn gruppe reges Leben. Im Laufe der Jahre! wurden der Turngruppi eine Reihe von Rechten eingcräumt. Sie besah eigene Satzungen, erhol einen kleinen Beil rag und wählte sich ihren Vorstand selbst. Im Jahre 190, löste sich die Turngruppe schließlich ganz vom Israelitischen Jugendbun los; aus ihr entwickelte sich die „Jüdische Tuxnerschaft von 1 0 0 t zu Hamburg", mit der freundschaftliche Beziehungen unseren Bund nocl heute verbinden. - Versuche späterer Jahre, beide Vereine wieder miteinander zu vereinigen, sink leider auf wenig Gegenliebe "bei der Turnerschaft gestoßen Mit den Jahren zogen sich die Gründer mehr! und mehr von der Arbei im Bunde zurück auch die Loge bezeugte nicht mehr das alte Interesse, sc daß eine Zeit >er Erschlaffung über den I.! J.-B. hereinbrach. Iw Jahre 1906 reforsnierte man die Organisation dep Bundes von Grund auf Es wurde beschlössen — damals etwas ganz Usterhörtes —, die wcib l ch e j ü d i sch e! I u g e n d zu vollberechtigten Mitgliedern zu machen, uw sl tatsächlich die gesamte jüdische Jugend im I. J.-B. zu vereinen.- Du Bundestätigkeit wurde weiter ausgebaut. Als ^durchaus notwendig" er achtete man, „die jüdische Jugend mit den Ablvebrbcstrebungcn vertrmn zr wachen und sie zu guten deutschen Staatsbürzern zu erziehen". Tickt sfionsabcnde wurden eingeführt. Jüdische Themen standen im Vorder g-un-de. So hatte sich der ursprünglich mehr sozale Jugendbiind nach lnii n,ch zu einem politischen .Vereinentwickelt. Taß diese Eulwicklung en Fehler gewesen, ' wurde mehrere Jahre später erkannt. Zuerst tu, Jahr- 1909 „machten sich im Bunde zwei ^gegensätzlich!- politische Richtungen de merkbar", die beide versuchten, für ihrej Parten ttcresscn im Jugendbund Propaganda zu machen. Der Zwist beider Parteien wurde in, I. J.-B a lsgetragc». Die Arbeit, ja die Existenz des BrndcS war gefährdcr. Rui ' mit Hilfe der Henry Jones-Loge. die.sich für die Existenz des- I. J.-Bs ein setzte, gelang es. de» Frieden wieder hcrzustellcn. Tie Kluft wurde über biückt und zu nclidr Tätigkeit rüstete man sich >m I. J.-B. Ui» neu Störungen für die Zukunft zu vermeiden, wurden die Sitzungen eine gimzlichen llmsassung unterzogen Religiöse r Nd politische Propagandi wurde innerhalb des Bundes nicht mehr gestattet. Die Bundcsarbcit crfuh - ir, Jahre 1909. das für den I. J.-B. noch in anderer Beziehung bedeutend ist, neue Ausgestaltung. Mit der Gabriel R l e ß e r - V e r e i n i g u n ei irerseits und dem Vereinfür Jüdische Gr schichte und Litera-